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August Kopisch

Der gestrichene Scheffel

O weh, o weh, ich armer Mann!
Ich hab kein Geld, was fang ich an?
Und kann ichs nicht erschwingen,
so mags der Teufel bringen! –
5 Da kam der Teufel, bot dem Mann
Von Gold einen genzen Scheffel an,
Gehäuft, und sprach mit Tücke:
Gieb ihn im Jahr zurücke!
Du kriegst das Maß gehäufelt, Mann,
10 Gestrichen nehm ich’s wieder an. –
Er denkt, das muß verführen,
Es wird’s verjubilieren!
Gern nehm ich’s, sprach darauf der Mann –
Und schrieb am Pakt – doch sag mir an:
15 Darf ich dir’s dann nur eben
Nicht eher wiedergeben? –
Auch eher! Ja, mein lieber Mann! –
Gut, schön! So nimm es jetzo an:
Ich hab es abgestrichen;
20 So ist das all verglichen! –
Noch beut der Teufel unserm Mann
Krumm, dumm und stumm den Scheffel an,
Doch der sagt frisch und heiter:
Ich dank, ich brauch nichts weiter!
25 Seit dieser Zeit sieht seinen Mann
Der Teufel sich viel besser an!
Gar raffinirt im Takte
Sind jetzt Contract’ und Pakte.





Entstehungsjahr: vor 1853
Erscheinungsjahr: 1856
Fassung: Andere
Aus: Lieder / Teil IV / Scherz und Ernst 6
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Gesammelte Werke von August Kopisch, Bd. 1. Weidmannsche Buchhandlung, Berlin: 1856, S. 231-232.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Andere Fassung: Der gestrichene Scheffel , entstanden 1814-1853

Gedicht eingearbeitet von: Dieter peuker.