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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Walter Flex

[Wildgänse rauschen durch die Nacht]

Wildgänse rauschen durch die Nacht
Mit schrillem Schrei nach Norden –
Unstäte Fahrt! Habt acht, habt acht!
Die Welt ist voller Morden.
5 Fahrt durch die nachtdurchwogte Welt,
Graureisige Geschwader!
Fahlhelle zuckt und Schlachtruf gellt,
Weit wallt und wogt der Hader.
Rausch' zu, fahr' zu, du graues Heer!
10 Rauscht zu, fahrt zu nach Norden!
Fahrt ihr nach Süden übers Meer –
Was ist aus uns geworden!
Wir sind wie ihr ein graues Heer
Und fahr'n in Kaisers Namen,
15 Und fahr'n wir ohne Wiederkehr,
Rauscht uns im Herbst ein Amen!





Entstehungsjahr: 1916
Erscheinungsjahr: 1916
Referenzausgabe:
Konrad Flex: Walter Flex. Gesammelte Werke, Bd. 1. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung, München: [1925], S. 67-68.
Bemerkungen
Aus »Der Wanderer zwischen beiden Welten. Ein Kriegserlebnis«

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.