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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Georg Wilhelm Heinrich Häring (Wilibald Alexis (Walter Scott))

Fridericus Rex

Fridericus Rex, unser König und Herr,
Der rief seine Soldaten allesamt ins Gewehr,
Zweihundert Bataillons und an die tausend Schwadronen,
Und jeder Grenadier kriegt sechzig Patronen.
5 »Ihr verfluchten Kerls, sprach seine Majestät,
daß jeder in der Bataille seinen Mann mir steht,
Sie gönnen mir nicht Schlesien und die Grafschaft Glaz
Und die hundert Millionen in meinem Schatz.
»Die Kaiß'rin hat sich mit dem Franzoßen alliirt,
10 Und das römische Reich gegen mich revoltirt,
Die Russen seind gefallen in Preußen ein,
Auf laßt uns sie zeigen, daß wir brave Landskinder sein.
»Meine Generale Schwerin und Feldmarschall von Keith
Und der Generalmajor von Ziethen seind allemal bereit.
15 Kotz Mohren, Blitz und Kreuz-Element,
Wer den Fritz und seine Soldaten noch nicht kennt.«
»Nun adjö Lowise, wisch ab das Gesicht,
Eine jede Kugel die trifft ja nicht.
Denn träfe jede Kugel apart ihren Mann,
20 Wo kriegten die Könige ihre Soldaten dann!
»Die Musketenkugel macht ein kleines Loch,
Die Kanonenkugel ein weit größeres noch;
Die Kugeln sind Alle von Eisen und Blei,
Und manche Kugel geht manchem vorbei.
25 »Unsre Artillerie hat ein vortrefflich Kaliber,
Und von den Preußen geht keiner nicht zum Feinde nicht über,
Die Schweden die haben verflucht schlechtes Geld,
Wer weiß ob der Oestreicher besseres hält.
»Mit Pomade bezahlt den Franzosen sein König,
30 Wir kriegens alle Woche bei Heller und Pfennig.
Kotz Mohren, Blitz und Kreuz-Sackerment,
Wer kriegt so prompt wie der Preuße sein Traktament.
»Fridericus mein König, den der Lorbeerkranz ziert,
Ach hättst du nur öfters zu plündern permittirt,
35 Fridericus Rex mein König und Held,
Wir schlügen den Teufel für dich aus der Welt.«





Entstehungsjahr: 1813-1836
Erscheinungsjahr: ?
Aus: Balladen / IV. Volkslieder
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Balladen. Dümmler-Verlag, Berlin: 1836, S. 101-103.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.