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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Friedrich Güll

Will sehen, was ich weiß
Vom Büblein auf dem Eis

Gefroren hat es heuer
Noch gar kein festes Eis.
Das Büblein steht am Weiher,
Und spricht so zu sich leis':
5 »Ich will es einmal wagen,
Das Eis, es muß doch tragen.«
            Wer weiß?
Das Büblein stampft und hacket
Mit seinem Stiefelein.
10 Das Eis auf einmal knacket,
Und krach! schon bricht's hinein.
Das Büblein platscht und krabbelt,
Als wie ein Krebs und zappelt
            Mit Arm und Bein.
15 O helft, ich muß versinken
In lauter Eis und Schnee,
O helft, ich muß ertrinken
Im tiefen, tiefen See.
Wär' nicht ein Mann gekommen,
20 Der sich ein Herz genommen,
            O weh!
Der packt es bei dem Schopfe
Und zieht es dann heraus,
Vom Fuße bis zum Kopfe
25 Wie eine Wassermaus.
Das Büblein hat getropfet,
Der Vater hat geklopfet
            Es aus,
            Zu Haus.





Entstehungsjahr: 1827
Erscheinungsjahr: 1975
Fassung: Andere
Aus: Kinderheitmat in Liedern und Bildern
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Friedrich Güll. Franz Pocci. Kinderheimat in Liedern und Bildern. Insel-Verlag, Frankfurt am Main: 1975, S. 37-38.
Bemerkungen
In der Vorlage geht dem Gedicht ein Bild voraus, auf dem ein kleiner bemützter Junge in einen Teich fällt.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Andere Fassung: Will sehen, was ich weiß,
Vom Büblein auf dem Eis , entstanden 1827

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.