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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Adolf Schults

[Abends, wenn die Kinder mein]

Abends, wenn die Kinder mein
        Mit der Mutter beten,
Pfleg' ich an ihr Kämmerlein
        Still heranzutreten.
5 Leise lausch' ich an der Thür
        Ihrem Wort von ferne;
Ob sich's gleiche für und für,
        Hör' ich doch es gerne.
Und wenn Alles nachgelallt
10         Mägdelein und Bube,
Wenn das Amen leis' verhallt,
        Tret' ich ein zur Stube.
Wenn sie dann so lieb und warm
        Gute Nacht mir nicken,
15 Mit dem weichen Kindesarm
        Mich zum Kuß umstricken –
O, dann muß im Kämmerlein
        Wohl mein Herz sich regen:
Linde strömt es auf mich ein
20         Wie ein Abendsegen!





Entstehungsjahr: 1836-1857
Erscheinungsjahr: ?
Aus: Fünftes Buch / Zu Hause / II. Haus und Heerd 14
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Gedichte von Adolf Schults. Julius Bädeker, Iserlohn: 1857, S. 209.
Bemerkungen
Das Enstehungsdatum des Gedichts ist an den Lebensdaten des Autors angelehnt.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.