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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Gottfried August Bürger (Jocosus Hilarius)

An das Herz
Sonett

Lange schon in manchem Sturm' und Drange
Wandeln meine Füße durch die Welt.
Bald den Lebensmüden beigesellt,
Ruh' ich aus von meinem Pilgergange.
5 Leise sinkend faltet sich die Wange;
Jede meiner Blüten welkt und fällt.
Herz, ich muß dich fragen: Was erhält
Dich in Kraft und Fülle noch so lange?
Trotz der Zeit Despoten-Allgewalt,
10 Fährst du fort, wie in des Lenzes Tagen,
Liebend wie die Nachtigall zu schlagen.
Aber ach! Aurora hört es kalt,
Was ihr Tithons Lippen Holdes sagen. –
Herz, ich wollte, du auch würdest alt!





Entstehungsjahr: 1793
Erscheinungsjahr: 1793
Aus: Gedichte. Außerhalb der Ausgabe von 1789
Referenzausgabe:
Günter Häntzschel / Hiltrud Häntzschel: Gottfried August Bürger. Sämtliche Werke. Hanser-Verlag, München: 1987, S. 403.
Bemerkungen
Erstdruck 1793 im Göttinger Musenalmanach, S. 227, [= Druckvorlage].

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.