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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Ludwig Pfau

Unwandelbar

O fürchte nicht, wenn dir das Alter
Vom Haupte Blüth' um Blüthe bricht,
Daß dann ein Blick, ein trüber, kalter,
Fall' auf dein bleiches Angesicht.
5 Wol blässer wird der äußre Schimmer,
Doch heller wird der innre Schein;
Drum lieber nur und tiefer immer
Schau' ich in's Auge dir hinein.
Da seh' ich all die Liebesfülle,
10 Die reicher ward von Jahr zu Jahr;
Es dringet durch des Alters Hülle
Der Seele Schönheit hell und klar.
Da seh' ich nicht die müden Wangen,
Der Jahre Furchen seh' ich nicht –
15 Es ist mir strahlend aufgegangen
Dein innres Engelsangesicht.





Entstehungsjahr: vor 1848
Erscheinungsjahr: ?
Aus: Gedichte
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Gedichte von Ludwig Pfau. J. D. Sauerländer's Verlag, Frankfurt a. M.: 1847, S. 17.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.