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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Gottfried Keller

[Wie schlafend unter'm Flügel ein Pfau den Schnabel hält]

Wie schlafend unter'm Flügel ein Pfau den Schnabel hält,
Von luft'gen Vogelträumen die blaue Brust geschwellt,
Geduckt auf Einem Fuße, dann plötzlich oft einmal
Im Traume phantasierend das Funkelrad er stellt:
5 So hing betäubt und trunken, ausreckend Berg und Tal,
Der große Wundervogel in tiefem Schlaf, die Welt.
So schwoll der blaue Himmel von Träumen ohne Zahl,
Mit leisem Knistern schlug er ein Rad, das Sternenzelt.





Entstehungsjahr: vor 1855
Erscheinungsjahr: 1854
Fassung: Frühe
Aus: Neuere Gedichte 1854 / Gaselen 3
Referenzausgabe:
Kai Kauffmann: Gottfried Keller. Gedichte, Bd. 1. Deutscher Klassiker Verlag: 1995, S. 210-211.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Späte Fassung: [Wie schlafend unterm Flügel ein Pfau den Schnabel hält] , entstanden vor 1889

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.