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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Heinrich Heine

Der Asra

Täglich ging die wunderschöne
Sultanstochter auf und nieder
Um die Abendzeit am Springbrunn,
Wo die weißen Wasser plätschern.
5 Täglich stand der junge Sklave
Um die Abendzeit am Springbrunn,
Wo die weißen Wasser plätschern;
Täglich ward er bleich und bleicher.
Eines Abends trat die Fürstin
10 Auf ihn zu mit raschen Worten:
Deinen Namen will ich wissen,
Deine Heimat, deine Sippschaft!
Und der Sklave sprach: Ich heiße
Mohamet, ich bin aus Yemmen,
15 Und mein Stamm sind jene Asra,
Welche sterben, wenn sie lieben.





Entstehungsjahr: vor 1846
Erscheinungsjahr: ?
Aus: Romanzero / Erstes Buch / Historien
Referenzausgabe:
Klaus Briegleb: Heinrich Heine. Sämtliche Werke, Bd. 6. Hanser Verlag, München: 1968ff, S. 41.

Gedicht eingearbeitet von: Monika Spatz.