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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Joseph Freiherr von Eichendorff

Winterlied

Mir träumt', ich ruhte wieder
Vor meines Vaters Haus
Und schaute fröhlich nieder
In's alte Tal hinaus,
5 Die Luft mit lindem Spielen
Ging durch das Frühlingslaub,
Und Blüten-Flocken fielen
Mir über Brust und Haupt.
Als ich erwacht, da schimmert
10 Der Mond vom Waldesrand,
Im falben Scheine flimmert
Um mich ein fremdes Land,
Und wie ich ringsher sehe:
Die Flocken waren Eis,
15 Die Gegend war vom Schneee,
Mein Haar vom Alter weiß.





Entstehungsjahr: vor 1834
Erscheinungsjahr: 1833
Aus: Gedichte 1831-1836
Referenzausgabe:
Hartwig Schultz (Bd. 1) / Wolfgang Frühwald (Bd. 2) / Brigitte Schillbach (Bd. 3): Joseph von Eichendorff. Werke in sechs Bänden, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag, Frankfurt: 1987, S. 294.
Bemerkungen
Erstdruck 1833 in »Deutscher Musenalmanach« unter dem Titel »Winterlied«, S. 68 (=DV)
1837 in »Gedichte von Jospeh Freiherrn von Eichendorff« als Nr. IV des Zyklus »Nachklänge«, S. 310, dort ohne Titel.
Die drei "eee" im vorletzten Vers sind durch die Druckvorlage legitimiert.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.