Zurück zur FA Hauptseite
Zurück zur vorigen Seite
Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Joseph Freiherr von Eichendorff

Weihnachten

Markt und Straßen steh'n verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh' ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.
5 An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein steh'n und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern
10 Bis hinaus in's freie Feld,
Hehres Glänzen, heil'ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
15 Steigt's wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!





Entstehungsjahr: vor 1837
Erscheinungsjahr: 1838
Aus: Gedichte 1831-1836
Referenzausgabe:
Hartwig Schultz (Bd. 1) / Wolfgang Frühwald (Bd. 2) / Brigitte Schillbach (Bd. 3): Joseph von Eichendorff. Werke in sechs Bänden, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag, Frankfurt: 1987, S. 382-383.
Bemerkungen
Erstdruck 1837 in »Gedichte von Jospeh Freiherrn von Eichendorff« unter dem Titel »Weihnachten«, S. 389 (=DV)

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.