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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Karl Herloßsohn

Abschied

Wenn die Schwalben heimwärts zieh'n,
Wenn die Rosen nicht mehr blühn,
Wenn der Nachtigall Gesang
Mit der Nachtigall verklang;
5 Fragt das Herz in bangem Schmerz:
Ob ich Euch wohl wiederseh'? –
Scheiden, ach Scheiden thut weh! –
Wenn die Schwäne südwärts ziehn,
Dorthin, wo Orangen blüh'n,
10 Wenn das Abendroth versinkt,
Durch die grünen Wipfel blinkt;
Fragt das Herz in bangem Schmerz:
Ob ich Euch auch wiederseh'?
Scheiden, ach Scheiden thut weh! –
15 Armes Herz, was klagest Du!
Ach Du gehst auch einst zur Ruh!
Was auf Erden, - muß vergeh'n;
Gibt es dort ein Wiedersehn?
Fragt das Herz im bangen Schmerz. –
20 Thut auch hier das Scheiden weh:
Glaub', daß ich Dich wiederseh.





Entstehungsjahr: 1817-1849
Erscheinungsjahr: ?
Aus: Buch der Lieder / Erste Abtheilung. Welt und Leben
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Buch der Lieder von C. Herloßsohn, Bd. 1. Theodor Thomas, Leipzig: o. J., S. 14-15.
Bemerkungen
Das Entstehungsdatum ist an den Lebensdaten des Dichters angelehnt.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.