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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Friedrich Güll

Will sehen, was ich weiß,
Vom Büblein auf dem Eis

Gefroren hat es heuer
Noch gar kein festes Eis.
Das Büblein steht am Weiher
Und spricht zu sich ganz leis:
5 Ich will es einmal wagen,
Das Eis, es muß doch tragen. -
            Wer weiß?
Das Büblein stampft und hacket
Mit seinem Stiefelein.
10 Das Eis auf einmal knacket,
Und krach! schon brichts hinein.
Das Büblein platscht und krabbelt,
Als wie ein Krebs und zappelt
            Mit Schrein.
15 O helft, ich muß versinken
In lauter Eis und Schnee!
O helft, ich muß ertrinken
Im tiefen, tiefen See!
Wär nicht ein Mann gekommen,
20 Der sich ein Herz genommen,
            O weh!
Der packt es bei dem Schopfe
Und zieht es dann heraus.
Vom Fuße bis zum Kopfe,
25 Wie eine Wassermaus,
Das Büblein hat getropfet.
Der Vater hats geklopfet
            Zu Haus.





Entstehungsjahr: 1827
Erscheinungsjahr: ?
Fassung: Andere
Aus: Lieder / Mutterschatz - Hosenmatz
Referenzausgabe:
Jugendschriften-Ausschuß des Lehrervereins zu Frankfurt a. M.: Kinderlust. Lieder von Friedrich Güll. J. F. Schreiber, München und Esslingen: 1910, S. 14-15.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Andere Fassung: Will sehen, was ich weiß
Vom Büblein auf dem Eis , entstanden 1827

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.