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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Johann Wolfgang von Goethe

Harfenspieler

Wer sich der Einsamkeit ergibt
Ach! der ist bald allein,
Ein jeder lebt, ein jeder liebt,
Und läßt ihn seiner Pein.
5 Ja! laßt mich meiner Qual!
Und kann ich nur einmal
Recht einsam sein,
Dann bin ich nicht allein.
Es schleicht ein Liebender lauschend sacht!
10 Ob seine Freundin allein?
So überschleicht bei Tag und Nacht
Mich Einsamen die Pein,
Mich Einsamen die Qual.
Ach werd ich erst einmal
15 Einsam im Grabe sein,
Da läßt sie mich allein!





Entstehungsjahr: vor 1784
Erscheinungsjahr: 1815
Aus: Die Sammlung von 1815 / Aus Willhelm Meister
Referenzausgabe:
Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 2. Deutscher Klassiker-Verlag: 1987, S. 322-323.
Bemerkungen
Aus »Theatralische Sendung« (1783) und »Willhelm Meisters Lehrjahre« (1795/96), dort ohne Titel

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.