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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Johann Wolfgang von Goethe

Talismane

Gottes ist der Orient!
Gottes ist der Occident!
Nord- und südliches Gelände
Ruht im Frieden seiner Hände.
5                     -
Er, der einzige Gerechte,
Will für jedermann das Rechte.
Sey, von seinen hundert Namen,
Dieser hochgelobet! Amen.
10                     -
Mich verwirren will das Irren;
Doch du weißt mich zu entwirren.
Wenn ich handle, wenn ich dichte,
Gieb du meinem Weg die Richte.
15                     -
Ob ich Ird'sches denk und sinne,
Das gereicht zu hoeherem Gewinne.
Mit dem Staube nicht der Geist zerstoben
Dringet, in sich selbst gedrängt, nach oben.
20                     -
Im Athemholen sind zweyerley Gnaden:
Die Luft einziehn, sich ihrer entladen.
Jenes bedrängt, dieses erfrischt;
So wunderbar ist das Leben gemischt.
25 Du danke Gott wenn er dich presst,
Und dank ihm wenn er dich wieder entlässt.





Entstehungsjahr: 1815
Erscheinungsjahr: 1827
Fassung: Späte
Aus: Neuer Divan 1819-1827 / Moganni Nameh - Buch des Sängers
Referenzausgabe:
Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 3,1. Deutscher Klassiker-Verlag: 1987, S. 307.
Bemerkungen
Späte Fassung von »Talisimane« aus WöD 1819
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Frühe Fassung: Talismane , entstanden 1815

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.