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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Heinrich Heine

[Aus alten Märchen winkt es]

Aus alten Märchen winkt es
Hervor mit weißer Hand,
Da singt es und da klingt es
Von einem Zauberland:
5 Wo große Blumen schmachten
Im goldnen Abendlicht,
Und zärtlich sich betrachten
Mit bräutlichem Gesicht; –
Wo alle Bäume sprechen
10 Und singen, wie ein Chor,
Und laute Quellen brechen
Wie Tanzmusik hervor; –
Und Liebesweisen tönen,
Wie du sie nie gehört,
15 Bis wundersüßes Sehnen
Dich wundersüß betört!
Ach, könnt ich dorthin kommen,
Und dort mein Herz erfreun,
Und aller Qual entnommen,
20 Und frei und selig sein!
Ach! jenes Land der Wonne,
Das seh ich oft im Traum;
Doch kommt die Morgensonne,
Zerfließts wie eitel Schaum.





Entstehungsjahr: 1822-1823
Erscheinungsjahr: ?
Fassung: Späte
Aus: Buch der Lieder / Lyrisches Intermezzo 43
Referenzausgabe:
Klaus Briegleb: Heinrich Heine. Sämtliche Werke, Bd. 1. Hanser Verlag, München: 1968ff, S. 92-93.
Bemerkungen
späte Fassung
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Frühe Fassung: [Aus alten Märchen winkt es] , entstanden 1822-1823

Gedicht eingearbeitet von: Monika Spatz.