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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Johann Wolfgang von Goethe

Suleika

Was bedeutet die Bewegung?
Bringt der Ost mir frohe Kunde?
Seiner Schwingen frische Regung
Kühlt des Herzens tiefe Wunde.
5 Kosend spielt er mit dem Staube,
Jagt ihn auf in leichten Wölkchen,
Treibt zur sichern Rebenlaube
Der Insecten frohes Völkchen.
Lindert sanft der Sonne Glühen,
10 Kühlt auch mir die heißen Wangen,
Küßt die Reben noch im Fliehen,
Die auf Feld und Hügel prangen.
Und mir bringt sein leises Flüstern
Von dem Freunde tausend Grüße;
15 Eh noch diese Hügel düstern
Grüßen mich wohl tausend Küsse.
Und so kannst du weiter ziehen!
Diene Freunden und Betrübten.
Dort wo hohe Mauern glühen
20 Find' ich bald den Vielgeliebten.
Ach! die wahre Herzenskunde,
Liebeshauch, erfrischtes Leben
Wird mir nur aus seinem Munde,
Kann mir nur sein Athem geben.





Entstehungsjahr: 1815
Erscheinungsjahr: 1819
Fassung: Frühe
Aus: West-östlicher Divan 1819 / Suleika Nahmeh - Buch Suleika
Referenzausgabe:
Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 3,1. Deutscher Klassiker-Verlag: 1987, S. 93-94.
Bemerkungen
Frühe Fassung von »Suleika« aus »Neuer Divan 1819-1827«
Text wahrscheinlich von Marianne von Willemer (1784-1860)
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Späte Fassung: Suleika , entstanden 1815

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.