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Johann Wolfgang von Goethe

[Ach neige]

Ach neige,
Du Schmerzenreiche,
Dein Antlitz gnädig meiner Not!
Das Schwert im Herzen,
5 Mit tausend Schmerzen
Blickst auf zu deines Sohnes Tod.
Zum Vater blickst du,
Und Seufzer schickst du
Hinauf um sein' und deine Not.
10 Wer fühlet,
Wie wühlet
Der Schmerz mir im Gebein?
Was mein armes Herz hier banget,
Was es zittert, was verlanget,
15 Weißt nur du, nur du allein!
Wohin ich immer gehe,
Wie weh, wie weh, wie wehe
Wird mir im Busen hier!
Ich bin ach kaum alleine,
20 Ich wein', ich wein', ich weine,
Das Herz zerbricht in mir.
Die Scherben von meinem Fenster
Betaut ich mit Tränen, ach!
Als ich am frühen Morgen
25 Dir diese Blumen brach.
Schien hell in meine Kammer
Die Sonne früh herauf,
Saß ich in allem Jammer
In meinem Bett schon auf.
30 Hilf! rette mich von Schmach und Tod!
Ach neige,
Du Schmerzenreiche,
Dein Antlitz gnädig meiner Not!





Entstehungsjahr: vor 1791
Erscheinungsjahr: 1808
Fassung: Späte
Aus: Faust I
Referenzausgabe:
Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 7/1. Deutscher Klassiker-Verlag: 1987, S. 156-157.
Bemerkungen
Aus »Faust I«
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Frühe Fassung: [Ach neige] , entstanden vor 1790

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.