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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Johann Wolfgang von Goethe

[Herbstlich leuchtet die Flamme vom ländlich geselligen Herde]

Herbstlich leuchtet die Flamme vom ländlich geselligen Herde,
    Knistert und glänzet, wie rasch! sausend vom Reisig empor.
Diesen Abend erfreut sie mich mehr; denn eh' noch zur Kohle
    Sich das Bündel verzehrt, unter die Asche sich neigt,
5 Kommt mein liebliches Mädchen. Dann flammen Reisig und Scheite,
    Und die erwärmte Nacht wird uns ein glänzendes Fest.
Morgen frühe geschäftig verläßt sie das Lager der Liebe,
    Weckt aus der Asche behend Flammen aufs Neue hervor.
Denn vor andern verlieh der Schmeichlerin Amor die Gabe,
10     Freude zu wecken, die kaum still wie zu Asche versank.





Entstehungsjahr: 1788
Erscheinungsjahr: 1815
Fassung: Späte
Aus: Die Sammlung von 1815 / Elegien 1 / [Römische Elegien] 10
Referenzausgabe:
Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 2. Deutscher Klassiker-Verlag: 1987, S. 161.
Bemerkungen
Späte Fassung der beiden Gedichte, die hier als »Handschriftenfassung« und sogenannte »Horenfassung« abgebildet sind.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Frühe Fassung: [Herbstlich leuchtet das Feuer gesellig vom ländlichen Herde] , entstanden 1788
Mittlere Fassung: [Herbstlich leuchtet die Flamme vom ländlich geselligen Herde] , entstanden 1788

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.