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Johann Wolfgang von Goethe

[Herbstlich leuchtet die Flamme vom ländlich geselligen Herde]

Herbstlich leuchtet die Flamme vom ländlich geselligen Herde,
    Knistert und glänzend wie rasch, sausend vom Reisig empor!
Diesen Abend erfreut sie mich mehr, denn eh noch zur Kohle
    Sich das Bündel verzehrt, unter die Asche sich neigt
5 Kommt mein liebliches Mädchen. Dann flammen Reisig und Scheite,
    Und die erwärmte Nacht wird uns ein glänzendes Fest.
Morgen frühe geschäftig verläßt sie das Lager der Liebe,
    Weckt aus der Asche behend Flammen aufs neue hervor.
Denn das gab ihr Amor vor vielen andern, die Freude
10     Wieder zu wecken, wenn sie still wie zu Asche versank.





Entstehungsjahr: 1788
Erscheinungsjahr: 1795
Fassung: Mittlere
Aus: / Römische Elegien 9
Referenzausgabe:
Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag: 1987, S. 413.
Bemerkungen
Sogenannte »Horen-Fassung«, vergleiche die Handschriftenfassung »Erotica Romana«, 10. Elegie.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Frühe Fassung: [Herbstlich leuchtet das Feuer gesellig vom ländlichen Herde] , entstanden 1788
Späte Fassung: [Herbstlich leuchtet die Flamme vom ländlich geselligen Herde] , entstanden 1788

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.