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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Joseph Freiherr von Eichendorff

Nachts

Das ist's, was mich ganz verstöret:
Daß die Nacht nicht Ruhe hält,
Wenn zu athmen aufgehöret
Lange schon die müde Welt.
5 Daß die Glocken, die da schlagen,
Und im Wald der leise Wind
Jede Nacht von neuem klagen
Um mein liebes, süßes Kind.
Daß mein Herz nicht konnte brechen
10 Bei dem letzten Todeskuß,
Daß ich wie im Wahnsinn sprechen
Nun in irren Liedern muß.





Entstehungsjahr: vor 1835
Erscheinungsjahr: 1834
Aus: Gedichte 1831-1836
Referenzausgabe:
Hartwig Schultz (Bd. 1) / Wolfgang Frühwald (Bd. 2) / Brigitte Schillbach (Bd. 3): Joseph von Eichendorff. Werke in sechs Bänden, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag, Frankfurt: 1987, S. 286.
Bemerkungen
Erstdruck 1834 in »Deutscher Musenalmanach« unter dem Titel »Am Abend«, S. 235 (=DV)
1837 in »Gedichte von Jospeh Freiherrn von Eichendorff« als Nr. IV des Zyklus »Auf meines Kindes Tod«, S. 326

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.