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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Heinrich Heine

[Das Meer erglänzte weit hinaus]

Das Meer erglänzte weit hinaus,
Im letzten Abendscheine;
Wir saßen am einsamen Fischerhaus,
Wir saßen stumm und alleine.
5 Der Nebel stieg, das Wasser schwoll,
Die Möwe flog hin und wieder;
Aus deinen Augen, liebevoll,
Fielen die Tränen nieder.
Ich sah sie fallen auf deine Hand,
10 Und bin aufs Knie gesunken;
Ich hab von deiner weißen Hand
Die Tränen fortgetrunken.
Seit jener Stunde verzehrt sich mein Leib,
Die Seele stirbt vor Sehnen; –
15 Mich hat das unglückselge Weib
Vergiftet mit ihren Tränen.





Entstehungsjahr: 1823-1824
Erscheinungsjahr: ?
Aus: Buch der Lieder / Heimkehr 14
Referenzausgabe:
Klaus Briegleb: Heinrich Heine. Sämtliche Werke, Bd. 1. Hanser Verlag, München: 1968ff, S. 115.

Gedicht eingearbeitet von: Monika Spatz.