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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Heinrich Heine

[Still ist die Nacht, es ruhen die Gassen]

Still ist die Nacht, es ruhen die Gassen,
In diesem Hause wohnte mein Schatz;
Sie hat schon längst die Stadt verlassen,
Doch steht noch das Haus auf demselben Platz.
5 Da steht auch ein Mensch und starrt in die Höhe,
Und ringt die Hände, vor Schmerzensgewalt;
Mir graust es, wenn ich sein Antlitz sehe –
Der Mond zeigt mir meine eigne Gestalt.
Du Doppeltgänger! du bleicher Geselle!
10 Was äffst du nach mein Liebesleid,
Das mich gequält auf dieser Stelle,
So manche Nacht, in alter Zeit?





Entstehungsjahr: 1823-1824
Erscheinungsjahr: ?
Aus: Buch der Lieder / Heimkehr 20
Referenzausgabe:
Klaus Briegleb: Heinrich Heine. Sämtliche Werke, Bd. 1. Hanser Verlag, München: 1968ff, S. 118.

Gedicht eingearbeitet von: Monika Spatz.