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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Johann Wolfgang von Goethe

[Warum ziehst du mich unwiderstehlich]

Warum ziehst du mich unwiderstehlich
Ach in jene Pracht,
War ich guter Junge nicht so seelich
In der öden Nacht.
5 Heimlich in mein Zimmergen verschlossen
Lag im Mondenschein
Ganz von seinem Schauerlicht umflossen
Und ich dämmert ein
Träumte da von vollen goldnen Stunden
10 Ungemischter Lust
Hatte schon dein Liebes Bild empfunden
Tief in meiner Brust.
Bin ich's noch den du bei so viel Lichtern
An dem Spieltisch hältst
15 Oft so unerträglichen Gesichtern
Gegenüber stellst.
Reizender ist mir des Frühlings blüte
Nun nicht auf der Flur
Wo du Engel bist ist Lieb und Güte,
20 Wo du bist Natur.





Entstehungsjahr: vor 1776
Erscheinungsjahr: ?
Fassung: Frühe
Referenzausgabe:
Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag: 1987, S. 166.
Bemerkungen
Frühe Fassung von »An Belinden«; Druckvorlage hier ist die titellose Handschrift in »Goethe und seine Welt«
Erstdruck in »Iris«, Bd. 2, 3, März 1775
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Mittlere Fassung: An Belinden , entstanden vor 1776

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.