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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Joseph Freiherr von Eichendorff

Mondnacht

Es war, als hätt' der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blüten-Schimmer
Von ihm nun träumen müßt'.
5 Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
10 Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.





Entstehungsjahr: 1835
Erscheinungsjahr: 1837
Aus: Gedichte 1831-1836
Referenzausgabe:
Hartwig Schultz (Bd. 1) / Wolfgang Frühwald (Bd. 2) / Brigitte Schillbach (Bd. 3): Joseph von Eichendorff. Werke in sechs Bänden, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag, Frankfurt: 1987, S. 322-323.
Bemerkungen
Erstdruck 1837 in »Gedichte von Jospeh Freiherrn von Eichendorff« unter dem Titel »Mondnacht«, S. 391 (=DV)
Das Thema 'Himmel küßt Erde' bereits bei Friedrich Logau (vgl. Artikel "Kuß" in 1DWB, Bed.: II. 3): "dieser monat ist ein kusz, den der himmel gibt der erde"

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.