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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Johann Wolfgang von Goethe

Beherzigung

Ach, was soll der Mensch verlangen?
Ist es besser, ruhig bleiben?
Klammernd fest sich anzuhangen?
Ist es besser, sich zu treiben?
5 Soll er sich ein Häuschen bauen?
Soll er unter Zelten leben?
Soll er auf die Felsen trauen?
Selbst die festen Felsen beben.
Eines schickt sich nicht für alle!
10 Sehe jeder wie er's treibe,
Sehe jeder wo er bleibe,
Und wer steht, daß er nicht falle!





Entstehungsjahr: vor 1790
Erscheinungsjahr: 1815
Fassung: Späte
Aus: Die Sammlung von 1815 / Lieder
Referenzausgabe:
Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 2. Deutscher Klassiker-Verlag: 1987, S. 43.
Bemerkungen
Späte Fassung von »Beherzigung« aus der Sammlung von 1789.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Frühe Fassung: Beherzigung , entstanden vor 1789

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.