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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Joseph Freiherr von Eichendorff

Meeresstille

Ich seh' von des Schiffes Rande
Tief in die Flut hinein:
Gebirge und grüne Lande
Und Trümmer im falben Schein
5 Und zackige Türme im Grunde,
Wie ich's oft im Traum mir gedacht,
Das dämmert alles da unten
Als wie eine prächtige Nacht.
Seekönig auf seiner Warte
10 Sitzt in der Dämm'rung tief,
Als ob er mit langem Barte
Über seiner Harfe schlief';
Da kommen und gehen die Schiffe
Darüber, er merkt es kaum,
15 Von seinem Korallenriffe
Grüßt er sie wie im Traum.





Entstehungsjahr: 1835-1836
Erscheinungsjahr: 1837
Aus: Gedichte 1831-1836
Referenzausgabe:
Hartwig Schultz (Bd. 1) / Wolfgang Frühwald (Bd. 2) / Brigitte Schillbach (Bd. 3): Joseph von Eichendorff. Werke in sechs Bänden, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag, Frankfurt: 1987, S. 319.
Bemerkungen
Erstdruck 1837 in »Gedichte von Jospeh Freiherrn von Eichendorff« mit dem Titel »Meeresstille«, S. 468
Ebenso 1837 in »Deutscher Musenalmanach«, S. 234-235 (=DV)
Daneben die Version aus der postum veröffentlichten Novelle »Eine Meerfahrt« Diese Version aus der Novelle unterscheidet sich stark von der hier abgebildeten..

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.