Zurück zur FA Hauptseite
Zurück zur vorigen Seite
Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
Verschiedene Fassungen des Gedichts nebeneinander anzeigen

Johann Wolfgang von Goethe

Maifest

Wie herrlich leuchtet
Mir die Natur!
Wie glänzt die Sonne!
Wie lacht die Flur!
5 Es dringen Blüten
Aus jedem Zweig,
Und tausend Stimmen
Aus dem Gesträuch,
Und Freud und Wonne
10 Aus jeder Brust.
O Erd o Sonne
O Glück o Lust!
O Lieb' o Liebe,
So golden schön,
15 Wie Morgenwolken
Auf jenen Höhn;
Du segnest herrlich
Das frische Feld,
Im Blütendampfe
20 Die volle Welt.
O Mädchen Mädchen,
Wie lieb' ich dich!
Wie blinkt dein Auge!
Wie liebst du mich!
25 So liebt die Lerche
Gesang und Luft,
Und Morgenblumen
Den Himmels Duft,
Wie ich dich liebe
30 Mit warmen Blut,
Die du mir Jugend
Und Freud und Mut
Zu neuen Liedern,
Und Tänzen gibst!
35 Sei ewig glücklich
Wie du mich liebst!





Entstehungsjahr: vor 1775
Erscheinungsjahr: 1775
Fassung: Frühe
Aus: Gelegenheiten / Straßburg-Sessenheim
Referenzausgabe:
Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag: 1987, S. 129-130.
Bemerkungen
Erstdruck in »Iris«, Bd 2, I
Frühe Fassung von »Mailied«
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Späte Fassung: Mailied , entstanden vor 1776

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.