Zurück zur FA Hauptseite
Zurück zur vorigen Seite
Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
Verschiedene Fassungen des Gedichts nebeneinander anzeigen

Johann Wolfgang von Goethe

Dornburg
September 1828

Früh wenn Tal, Gebirg und Garten
Nebelschleiern sich enthüllen,
Und dem sehnlichsten Erwarten
Blumenkelche bunt sich füllen;
5 Wenn der Äther, Wolken tragend,
Mit dem klaren Tage streitet,
Und ein Ostwind, sie verjagend,
Blaue Sonnenbahn bereitet;
Dankst du dann, am Blick dich weidend,
10 Reiner Brust der Großen, Holden,
Wird die Sonne, rötlich scheidend,
Rings den Horizont vergolden.
                        -
Und wenn mich am Tag die Ferne
15 Blauer Berge sehnlich zieht,
Nachts das Übermaß der Sterne
Prächtig mir zu Häupten glüht:
Alle Tag' und alle Nächte
Rühm' ich so des Menschen Los;
20 Denkt er ewig sich in's Rechte,
Ist er ewig schön und groß.





Entstehungsjahr: 1828
Erscheinungsjahr: 1832
Fassung: Andere
Referenzausgabe:
Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 2. Deutscher Klassiker-Verlag: 1987, S. 1348.
Bemerkungen
Aus »Deutscher Musenalmanach für das Jahr 1833«
Späte Fassung von »Dem aufgehenden Vollmonde«
Diese Fassungen wird von DKV in den »Gedichten zweifelhaften Ursprungs« mitgeführt (Erklärung war mir unverständlich), die beiden angefügten Strophen sind zugleich die Strophen 2 und 3 (von 3) des Gedichtes »Schwebender Genius über der Erdkugel, mit der einen Hand nach unten, mit der andern nach oben deutend 1« [=Zwischen oben, zwischen unten]
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Andere Fassung: Dornburg , entstanden 1828

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.