Zurück zur FA Hauptseite
Zurück zur vorigen Seite
Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Johann Peter Uz

Der Schäfer

Arkadien, sey mir gegrüßt!
Du Land beglückter Hirten,
Wo unter unentweihten Myrthen
Ein zärtlich Herz allein noch rühmlich ist!
5     Ich will mit sanftem Hirtenstab
Hier meine Schafe weiden.
Hier, Liebe! schenke mir die Freuden,
Die mir die Stadt, die stolze Stadt nicht gab.
    Wie schäfermäßig, wie getreu
10 Will ich Climenen lieben,
Bis meinen ehrfurchtvollen Trieben
Ihr Mund erlaubt, daß ich ihr Schäfer sey.
    Welch süßem Träume geb ich Raum.
Der mich zum Schäfer machet!
15 Die traurige Vernunft erwachet:
Das Herz träumt fort und liebet seinen Traum.





Entstehungsjahr: vor 1749
Erscheinungsjahr: 1768
Aus: Lyrische Gedichte / Viertes Buch
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Sämmtliche Poetische Werke von J. P. Uz. Erster Band, Bd. 1. Dyckischen Buchhandlung, Leipzig: 1768, S. 196-197.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.