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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Joseph Freiherr von Eichendorff

Heimweh

Wer in die Fremde will wandern,
Der muß mit der Liebsten gehn,
Es jubeln und lassen die Andern
Den Fremden alleine stehn.
5 Was wisset Ihr, dunkele Wipfeln,
Von der alten schönen Zeit?
Ach, die Heimat hinter den Gipfeln,
Wie liegt sie von hier so weit.
Am liebsten betracht' ich die Sterne,
10 Die schienen, wenn ich ging zu ihr,
Die Nachtigall hör' ich so gerne,
Sie sang vor der Liebsten Tür.
Der Morgen, das ist meine Freude!
Da steig ich in stiller Stund'
15 Auf den höchsten Berg in die Weite,
Grüß Dich Deutschland aus Herzensgrund!





Entstehungsjahr: vor 1827
Erscheinungsjahr: 1826
Aus: Gedichte 1816-1830
Referenzausgabe:
Hartwig Schultz (Bd. 1) / Wolfgang Frühwald (Bd. 2) / Brigitte Schillbach (Bd. 3): Joseph von Eichendorff. Werke in sechs Bänden, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag, Frankfurt: 1987, S. 253.
Bemerkungen
Erstdruck 1826 in »Aus dem Leben eines Taugenichts«, dort wohl ohne Titel
Anderer Titel aus LbK, 1833, »In Italien zu singen«. 1837 in G1 dann unter dem Titel »Heimweh«, S. 52 (=DV)

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.