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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Clemens Brentano (Maria)

Einen kenne ich

     Einen kenne ich,
     Wir lieben ihn nicht,
     Einen nenne ich,
     Der die Kronen zerbricht.
5 Weh! sein Fuß steht im Staub,
Sein Haupt in der Mitternacht
Vor ihm wehet das Laub
Zur dunklen Erde hernieder;
     Ohn‘ Erbarmen
10      In den Armen
     Trägt er die kindische taumelnde Welt,
     Tod, so heißt er
     Und die Geister
     Beben vor dir, du eiserner Held!
15      Einen kenne ich,
     Wer liebt ihn genug
     Einen nenne ich
     Der die Dornenkrone trug.
Heil! sein Fuß stehet im Licht
20 Sein Haupt in der Glorie,
Wo er gehet, zerbricht
Des Todes eiserner Riegel.
     Voll Erbarmen
     In den Armen
25      Trägt er die sterbliche liebende Welt,
     Jesus heißt er
     Und die Geister
     Beten dich an, du ewiger Held!





Entstehungsjahr: 1810
Erscheinungsjahr: 1914
Fassung: Frühe
Aus: Gedichte 1804-1815
Referenzausgabe:
Wolfgang Frühwald (Bd. 1) / Bernhard Gajek (Bd. 1) / Friedhelm Kemp (Bd. 1): Clemens Brentano. Werke, Bd. 1. Carl Hanser Verlag, München: 1968, S. 208.
Bemerkungen
Aus der "Kantate auf den Tod Iher Königlichen Majestät, Louise von Preußen"; erste Fassung
Gedicht korrigiert und mit SUZ versehen.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Späte Fassung: [Einen kenne ich] , entstanden um 1812

Gedicht eingearbeitet von: Monika Spatz.