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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Joseph Freiherr von Eichendorff

Frische Fahrt

Laue Luft kommt blau geflossen,
Frühling, Frühling soll es sein!
Waldwärts Hörnerklang geschossen,
Mut'ger Augen lichter Schein;
5 Und das Wirren bunt und bunter
Wird ein magisch wilder Fluß,
In die schöne Welt hinunter
Lockt dich dieses Stromes Gruß.
Und ich mag mich nicht bewahren!
10 Weit von Euch treibt mich der Wind,
Auf dem Strome will ich fahren,
Von dem Glanze selig blind!
Tausend Stimmen lockend schlagen,
Hoch Aurora flammend weht,
15 Fahre zu! ich mag nicht fragen,
Wo die Fahrt zu Ende geht!






Entstehungsjahr: 1810
Erscheinungsjahr: 1815
Aus: Gedichte 1807-1810
Referenzausgabe:
Hartwig Schultz (Bd. 1) / Wolfgang Frühwald (Bd. 2) / Brigitte Schillbach (Bd. 3): Joseph von Eichendorff. Werke in sechs Bänden, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag, Frankfurt: 1987, S. 119-120.
Bemerkungen
Teilweise auch unter dem Titel »Wanderlied«, wahrscheinlich weil es 1837 eines der »Wanderlieder« war
Erstdruck 1815 in »Ahnung und Gegenwart«, dort ohne Titel
1826 in TM unter dem Titel »Frische Fahrt«, S. 202 (=DV)
1837 in G1 unter dem gleichen Titel
Meines Wissens in G2 dann ohne Titel, was dazu geführt hat, das viele Ausgaben das Gedicht heute ohne Titel angeben.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.