Zurück zur FA Hauptseite
Zurück zur vorigen Seite
Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Joseph Freiherr von Eichendorff

Die Stille

Es weiß und rät es doch Keiner,
Wie mir so wohl ist, so wohl!
Ach, wüßt' es nur Einer, nur Einer,
Kein Mensch es sonst wissen soll!
5 So still ist's nicht draußen im Schnee,
So stumm und verschwiegen sind
Die Sterne nicht in der Höhe,
Als meine Gedanken sind.
Ich wünscht', es wäre schon Morgen,
10 Da fliegen zwei Lerchen auf,
Die überfliegen einander,
Mein Herze folgt ihrem Lauf.
Ich wünscht', ich wäre ein Vöglein
Und zöge über das Meer,
15 Wohl über das Meer und weiter,
Bis daß ich im Himmel wär'!





Entstehungsjahr: vor 1816
Erscheinungsjahr: 1815
Aus: Gedichte 1811-1815
Referenzausgabe:
Hartwig Schultz (Bd. 1) / Wolfgang Frühwald (Bd. 2) / Brigitte Schillbach (Bd. 3): Joseph von Eichendorff. Werke in sechs Bänden, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag, Frankfurt: 1987, S. 163.
Bemerkungen
Erstdruck 1815 in »Ahnung und Gegenwart«, dort ohne Titel
1826 in TM unter dem Titel »Die Stille«, S. 215 (=DV)
1837 in G1 unter gleichem Titel, S. 238

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.