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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Clemens Brentano (Maria)

[Wenn die Sonne weggegangen]

Wenn die Sonne weggegangen,
Kömmt die Dunkelheit heran,
Abendrot hat goldne Wangen,
Und die Nacht hat Trauer an.
5 Seit die Liebe weggegangen,
Bin ich nun ein Mohrenkind,
Und die roten, frohen Wangen,
Dunkel und verloren sind.
Dunkelheit muß tief verschweigen,
10 Alles Wehe, alle Lust,
Aber Mond und Sterne zeigen,
Was ihr wohnet in der Brust.
Wenn die Lippen dir verschweigen
Meines Herzens stille Glut,
15 Müssen Blick und Tränen zeigen,
Wie die Liebe nimmer ruht.





Entstehungsjahr: 1795-1803
Erscheinungsjahr: 1804
Aus: Gedichte 1795-1803
Referenzausgabe:
Wolfgang Frühwald (Bd. 1) / Bernhard Gajek (Bd. 1) / Friedhelm Kemp (Bd. 1): Clemens Brentano. Werke, Bd. 1. Carl Hanser Verlag, München: 1968, S. 119-120.
Bemerkungen
Aus "Ponce de Leon", weitere abweichende Fassung in "Valeria"; Gedicht überarbeitet und mit SUZ versehen

Gedicht eingearbeitet von: Monika Spatz.