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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Joseph Freiherr von Eichendorff

Die Nachtigallen

Möcht' wissen, was sie schlagen
So schön bei der Nacht,
's ist in der Welt ja doch niemand
Der mit ihnen wacht.
5 Und die Wolken die reisen,
Und das Land ist so blaß,
Und die Nacht wandert leise
Durch den Wald über's Gras.
Nacht, Wolken, wohin sie gehen
10 Ich weiß es recht gut,
Liegt ein Grund hinter den Höhen,
Wo meine Liebste jetzt ruht.
Zieht der Einsiedel sein Glöcklein,
Sie höret es nicht,
15 Es fallen ihr die Löcklein
Über's ganze Gesicht.
Und daß sie niemand erschrecket,
Der liebe Gott hat sie schier
Ganz mit Mondschein bedecket,
20 Da träumt sie von mir.





Entstehungsjahr: vor 1840
Erscheinungsjahr: 1839
Aus: Gedichte 1837-1843
Referenzausgabe:
Hartwig Schultz (Bd. 1) / Wolfgang Frühwald (Bd. 2) / Brigitte Schillbach (Bd. 3): Joseph von Eichendorff. Werke in sechs Bänden, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag, Frankfurt: 1987, S. 407.
Bemerkungen
Erstdruck 1839 in »Deutscher Musenalamanach«, S. 123-124 (=DV)
1841 in der Novelle »Die Glücksritter«
1841 in G2, S. 328-329

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.