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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Joseph Freiherr von Eichendorff

Die Nachtblume

Nacht ist wie ein stilles Meer,
Lust und Leid und Liebesklagen
Kommen so verworren her
In dem linden Wellenschlagen.
5 Wünsche wie die Wolken sind,
Schiffen durch die stillen Räume,
Wer erkennt im lauen Wind
Ob's Gedanken oder Träume? –
Schließ' ich nun auch Herz und Mund,
10 Die so gern den Sternen klagen:
Leise doch im Herzensgrund
Bleibt das linde Wellenschlagen.





Entstehungsjahr: vor 1834
Erscheinungsjahr: 1837
Aus: Gedichte 1831-1836
Referenzausgabe:
Hartwig Schultz (Bd. 1) / Wolfgang Frühwald (Bd. 2) / Brigitte Schillbach (Bd. 3): Joseph von Eichendorff. Werke in sechs Bänden, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag, Frankfurt: 1987, S. 299.
Bemerkungen
Erstdruck 1837 in G1, S. 263 (=DV)
Das Gedicht ist wohl Teil eines frühen Entwurfes des Romans »Dichter und ihre Gesellen«.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.