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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Clemens Brentano (Maria)

[Wie klinget die Welle]

Wie klinget die Welle!
Wie wehet ein Wind!
O selige Schwelle!
Wo wir geboren sind.
5 Du himmlische Bläue!
Du irdisches Grün!
Voll Lieb' und voll Treue,
Wie wird mein Herz so kühn!
Wie Reben sich ranken
10 Mit innigem Trieb,
So meine Gedanken
Habt hier alles lieb.
Da hebt sich kein Wehen,
Da regt sich kein Blatt,
15 Ich kann draus verstehen,
Wie lieb man mich hat.
Ihr himmlischen Fernen!
Wie seid ihr mir nah;
Ich griff nach den Sternen
20 Hier aus der Wiege ja.
Treib nieder und nieder
Du herrlicher Rhein!
Du kömmst mir ja wieder,
Läßt nie mich allein.
25 Meine Mühle ist brochen,
Und klappert nicht mehr,
Mein Herz hör‘ ich pochen
Als wenn’s die Mühle wär‘.
O Vater! wie bange
30 War mir es nach dir,
Horch meinem Gesange,
Dein Sohn ist wieder hier.
Du spiegelst und gleitest
Im mondlichen Glanz,
35 Die Arme du breitest,
Empfange meinen Kranz.





Entstehungsjahr: 1804-1815
Erscheinungsjahr: 1846
Aus: Gedichte 1804-1815
Referenzausgabe:
Wolfgang Frühwald (Bd. 1) / Bernhard Gajek (Bd. 1) / Friedhelm Kemp (Bd. 1): Clemens Brentano. Werke, Bd. 1. Carl Hanser Verlag, München: 1968, S. 242-243.
Bemerkungen
Aus "Die Märchen des Clemens Brentano", I; Hrsg. v. G.Görres Gedicht überarbeitet und mit SUZ versehen.

Gedicht eingearbeitet von: Monika Spatz.