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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Clemens Brentano (Maria)

[Nach Sevilla, nach Sevilla]

Nach Sevilla, nach Sevilla,
Wo die hohen Prachtgebäude
In den breiten Straßen stehen,
Aus den Fenstern reiche Leute,
5 Schön geputzte Frauen sehn,
Dahin sehnt mein Herz sich nicht!
Nach Sevilla, nach Sevilla,
Wo die letzten Häuser stehen,
Sich die Nachbarn freundlich grüßen,
10 Mädchen aus den Fenstern sehn,
Ihre Blumen zu begießen,
Ach, da sehnt mein Herz sich hin!
In Sevilla, in Sevilla
Weiß ich wohl ein reines Stübchen,
15 Helle Küche, stille Kammer,
In dem Hause wohnt mein Liebchen,
Und am Pförtchen glänzt ein Hammer.
Poch' ich, macht die Jungfrau auf!
Guten Abend, guten Abend –
20 Lieber Vater, setzt euch nieder,
Ei, wo seid ihr dann gewesen?
Und dann singt sie schöne Lieder,
Kann so hübsch in Büchern lesen,
Ach! und ist mein einzig Kind.





Entstehungsjahr: 1801-1803
Erscheinungsjahr: 1803
Aus: Gedichte 1795-1803
Referenzausgabe:
Wolfgang Frühwald (Bd. 1) / Bernhard Gajek (Bd. 1) / Friedhelm Kemp (Bd. 1): Clemens Brentano. Werke, Bd. 1. Carl Hanser Verlag, München: 1968, S. 122-123.
Bemerkungen
Aus "Ponce de Leon". Eine abweichende Fassung der letzten drei Strophen in "Valeria oder Vaterlist". Gedicht korrigiert und mit SUZ versehen,

Gedicht eingearbeitet von: Monika Spatz.