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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Abraham Emanuel Fröhlich

Wahrer Glaube

Mit dem Vogel sind geflogen
seine Kinder übers Meer.
Droben ward der Himmel trüber;
drunten brausten Sturmeswogen;
5 und die Kinder klagten sehr:
»Ach wie kommen wir hinüber?
Nirgend will ein Land uns winken,
und die müden Schwingen sinken.«
    Aber ihre Mutter sagt:
10 »Kinder bleibet unverzagt!
Fühlt ihr nicht im Tiefsten innen
unaufhaltsam einen Zug,
neuen Frühling zu gewinnen?
Auf! in Jenen ist kein Trug,
15 der die Sehnsucht hat gegeben.
Er wird uns hinüberheben,
und euch trösten balde, balde
in dem jungbelaubten Walde!«





Entstehungsjahr: 1812-1825
Erscheinungsjahr: 1825
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Hundert neue Fabeln von Abraham Emanuel Fröhlich. Geßner'sche Buchhandlung, Zürich: 1825, S. 101.
Bemerkungen
Erstruck 1825 in der Referenzvorlage
Das Entstehungsdatum des Gedichtes ist an den Lebensdaten des Autors orientiert.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.
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