Zurück zur FA Hauptseite
Zurück zur vorigen Seite
Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
Nur ein Gedicht pro Seite anzeigen.

[Frühe Fassung]


[Herbstlich leuchtet das Feuer gesellig vom ländlichen Herde]

Herbstlich leuchtet das Feuer gesellig vom ländlichen Herde,
    Knisternd glänzet sie rasch, sausend vom Reisig empor.
Diesen Abend freut sie mich mehr denn eh noch zur Kohle
    Sich das Bündel verzehrt, unter die Asche sich neigt
5 Kommt mein liebliches Mädchen dann wird erst Reisig u.[nd] Scheite
    Werden nicht gespart warm sei und glänzend die Nacht.
Morgen frühe geschäftig verläßt sie das Lager der Liebe
    Weckt aus der Asche behend' Flammen aufs neue hervor.
Denn das gab ihr Amor vor vielen andern die Freude
10     Wieder zu wecken wenn sie still wie zu Asche versank.
[Mittlere Fassung]


[Herbstlich leuchtet die Flamme vom ländlich geselligen Herde]

Herbstlich leuchtet die Flamme vom ländlich geselligen Herde,
    Knistert und glänzend wie rasch, sausend vom Reisig empor!
Diesen Abend erfreut sie mich mehr, denn eh noch zur Kohle
    Sich das Bündel verzehrt, unter die Asche sich neigt
5 Kommt mein liebliches Mädchen. Dann flammen Reisig und Scheite,
    Und die erwärmte Nacht wird uns ein glänzendes Fest.
Morgen frühe geschäftig verläßt sie das Lager der Liebe,
    Weckt aus der Asche behend Flammen aufs neue hervor.
Denn das gab ihr Amor vor vielen andern, die Freude
10     Wieder zu wecken, wenn sie still wie zu Asche versank.
[Späte Fassung]


[Herbstlich leuchtet die Flamme vom ländlich geselligen Herde]

Herbstlich leuchtet die Flamme vom ländlich geselligen Herde,
    Knistert und glänzet, wie rasch! sausend vom Reisig empor.
Diesen Abend erfreut sie mich mehr; denn eh' noch zur Kohle
    Sich das Bündel verzehrt, unter die Asche sich neigt,
5 Kommt mein liebliches Mädchen. Dann flammen Reisig und Scheite,
    Und die erwärmte Nacht wird uns ein glänzendes Fest.
Morgen frühe geschäftig verläßt sie das Lager der Liebe,
    Weckt aus der Asche behend Flammen aufs Neue hervor.
Denn vor andern verlieh der Schmeichlerin Amor die Gabe,
10     Freude zu wecken, die kaum still wie zu Asche versank.

Entstehungsjahr: 1788
Erscheinungsjahr: ?
Fassung: Frühe
Aus: / Erotica Romana 10
Referenzausgabe:
Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag: 1987, S. 412.
Bemerkungen
Frühfassung der »Römischen Elegien«

Entstehungsjahr: 1788
Erscheinungsjahr: 1795
Fassung: Mittlere
Aus: / Römische Elegien 9
Referenzausgabe:
Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag: 1987, S. 413.
Bemerkungen
Sogenannte »Horen-Fassung«, vergleiche die Handschriftenfassung »Erotica Romana«, 10. Elegie.

Entstehungsjahr: 1788
Erscheinungsjahr: 1815
Fassung: Späte
Aus: Die Sammlung von 1815 / Elegien 1 / [Römische Elegien] 10
Referenzausgabe:
Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 2. Deutscher Klassiker-Verlag: 1987, S. 161.
Bemerkungen
Späte Fassung der beiden Gedichte, die hier als »Handschriftenfassung« und sogenannte »Horenfassung« abgebildet sind.