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Conrad Ferdinand Meyer
Schnitterlied
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Wir schnitten die Saaten, wir Buben und Dirnen, |
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Mit nackenden Armen und triefenden Stirnen, |
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Von donnernden dunkeln Gewittern bedroht – |
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Gerettet das Korn! Und nicht einer, der darbe! |
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Von Garbe zu Garbe |
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Ist Raum für den Tod – |
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Wie schwellen die Lippen des Lebens so rot! |
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Hoch thronet ihr Schönen auf güldenen Sitzen, |
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In strotzenden Garben umflimmert von Blitzen – |
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Nicht eine, die darbe! Wir bringen das Brot! |
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Zum Reigen! Zum Tanze! Zur tosenden Runde! |
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Von Munde zu Munde |
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Ist Raum für den Tod – |
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Wie schwellen die Lippen des Lebens so rot! |