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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Conrad Ferdinand Meyer

Schwüle

Trüb verglomm der schwüle Sommertag,
Dumpf und traurig tönt mein Ruderschlag –
Sterne, Sterne – Abend ist es ja –
Sterne, warum seid ihr noch nicht da?
5 Bleich das Leben! Bleich der Felsenhang!
Schilf, was flüsterst du so frech und bang?
Fern der Himmel und die Tiefe nah –
Sterne, warum seid ihr noch nicht da?
Eine liebe, liebe Stimme ruft
10 Mich beständig aus der Wassergruft –
Weg, Gespenst, das oft ich winken sah!
Sterne, Sterne, seid ihr nicht mehr da?
Endlich, endlich durch das Dunkel bricht –
Es war Zeit! – ein schwaches Flimmerlicht –
15 Denn ich wußte nicht wie mir geschah.
Sterne, Sterne, bleibt mir immer nah!





Entstehungsjahr: 1864
Erscheinungsjahr: 1882
Fassung: Frühe
Aus: Gedichte von 1892 / II. Stunde
Referenzausgabe:
Hans Zeller, Alfred Zäch: Conrad Ferdinand Meyer. Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe, Bd. 1. Benteli-Verlag: 1963, S. 75.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Späte Fassung: Auf dem See , entstanden 1868-1869

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.