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Heinrich von Kleist
Sonett
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Erwäg ich, wie in jenen Schreckenstagen, |
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Still deine Brust verschlossen, was sie litt, |
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Wie du das Unglück, mit der Grazie Tritt, |
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Auf jungen Schultern herrlich hast getragen, |
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| 5 |
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Wie von des Kriegs zerrißnem Schlachtenwagen |
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Selbst oft die schar der Männer zu dir schritt, |
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Wie, trotz der wunde, die dein Herz durchschnitt, |
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Du stets der Hoffnung Fahn’ und vorgetragen: |
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O Herrscherin, die Zeit dann möcht ich segnen! |
| 10 |
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Wir sahn dich Anmut endlos niederregnen, |
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Wie groß du warst, das ahndeten wir nicht! |
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Dein Haupt schein wie von Strahlen mir umschimmert; |
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Du bisst der Stern, der voller Pracht erst flimmert, |
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Wenn er durch finstre Wetterwolken bricht! |
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| Entstehungsjahr: |
1810 |
| Erscheinungsjahr: |
1812 |
| Fassung: |
Späte |
| Aus: |
/ Gedichte
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Referenzausgabe:
Helmut Sembdner:
Sämtliche Werke und Briefe, Bd. 1.
Carl Hanser Verlag, München: 1985ff.,
S. 35.
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Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
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Frühe Fassung:
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An die Königin von Preußen
, entstanden 1810
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Mittlere Fassung:
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[Du, die das Unglück mit der Grazie Schritten]
, entstanden 1810
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Gedicht eingearbeitet von: Klemens Bobenhausen.
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