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Heinrich von Kleist
[Du, die das Unglück mit der Grazie Schritten]
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Du, die das Unglück mit der Grazie Schritten, |
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Auf jungen Schultern, herrlich jüngsthin trug: |
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Wie wunderbar ist meine Brust verwirrt, |
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In diesem Augenblick, da ich auf Knieen, |
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Um dich zu segnen, vor dir niedersinke. |
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Ich soll dir ungetrübte Tag’ erflehn: |
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Dir, die der hohen Himmelssonne gleich, |
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In voller Pracht nur strahlt und Herrlichkeit, |
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Wenn sie durch finstre Wetterwolken bricht. |
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O du, die aus dem Kampf empörter Zeit, |
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Die einzge Siegerin, hervorgegangen: |
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Was für ein Wort, dein würdig, sag ich dir? |
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So zieht ein Cherub, mit gespreizten Flügeln, |
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Zur Nachtzeit durch die Luft, und, auf den Rücken |
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Geworfen, staunen ihn, von Glanz geblendet, |
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Der Welt betroffene Geschlechter an. |
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Wir alle mögen, Hoh’ und Niedere, |
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Von den Ruinen unsers Glücks umgeben, |
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Gebeugt von Schmerz, die Himmlischen verklagen, |
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Doch du, Erhabene, du darfst es nicht! |
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Denn eine Glorie, in jenen Nächten, |
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Umglänzte deine Stirn, von der die Welt |
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Am lichten Tag der Freude nichts geahnt: |
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Wir sahn dich Anmut endlos niederregnen, |
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Daß du so groß als schön warst, war uns fremd! |
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Viel Blumen blühen in dem Schoß der Deinen |
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Noch deinem Gurt zum Strauß, und du bists wert, |
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Doch eine schönre Palm erringst du nicht! |
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Und würde dir, durch einen Schluß der Zeiten, |
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Die Krone auch der Welt: die goldenste, |
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Die dich zur Königin der Erde macht, |
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Hat still die Tugend schon dir aufgedrückt. |
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Sei Teure, lange noch des Landes Stolz, |
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Durch frohe Jahre, wie, durch frohe Jahre, |
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Du seine Lust und sein Entzücken warst! |