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[Frühe Fassung]


Ewig jung ist nur die Sonne

Heute fanden meine Schritte mein vergeßnes Jugendtal,
Seine Sohle lag verödet, seine Berge standen kahl.
Meine Bäume, meine Träume, meine buchendunkeln Höhn –
Ewig jung ist nur die Sonne, sie allein ist ewig schön.
5 Drüben dort in schilfgem Grunde, wo die müde Lache liegt,
Hat zu meiner Jugendstunde sich lebendge Flut gewiegt,
Durch die Heiden, durch die Weiden ging ein wandernd Herdgetön –
Ewig jung ist nur die Sonne, sie allein ist ewig schön.
[Späte Fassung]


Wintertag

Über schneebedeckter Erde
Blaut der Himmel, haucht der Föhn –
Ewig jung ist nur die Sonne,
Sie allein ist ewig schön!
5 Heute steigt sie spät am Himmel
Und am Himmel sinkt sie bald –
Wie das Glück und wie die Liebe –
Hinter dem entlaubten Wald.

Entstehungsjahr: 1883
Erscheinungsjahr: 1886
Fassung: Frühe
Aus: Gedichte von 1892 / II. Stunde
Referenzausgabe:
Hans Zeller, Alfred Zäch: Conrad Ferdinand Meyer. Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe, Bd. 1. Benteli-Verlag, Bern: 1964, S. 95.

Entstehungsjahr: 1883
Erscheinungsjahr: 1886
Fassung: Späte
Aus: Apparat zu den Abteilungen I und II / Stunde
Referenzausgabe:
Hans Zeller, Alfred Zäch: Conrad Ferdinand Meyer. Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe, Bd. 2. Benteli-Verlag, Bern: 1964, S. 382.