Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Markus Brogl, am 10.06.2003)
Sehr geehrter Herr Wolber,

Frau Monika Spatz ("gedichtsuche@web.de") hat mich mit meinem Anliegen an Sie verwiesen, weshalb ich Sie fragen wollte, ob Sie mir evtl. weiterhelfen könnten.

Ich bin schon seit einiger Zeit auf der Suche nach der genauen Herkunft des folgenden Gedichts. Auch die Hoffnung, es entstamme dem "Cherubinischen Wandersmann" von Angelus Silesius, hat sich zerschlagen.

Ich bin und weiß nicht wer.
Ich komm' und weiß nicht woher.
Ich geh', ich weiß nicht wohin.
Mich wundert, dass ich so fröhlich bin!

Wenn ich wüsste, wer ich bin.
Wenn ich ging und wüsste wohin.
Wenn ich käm und wüsste woher.
Ob ich dann wohl traurig wär?


Ist Ihnen die Herkunft bekannt?

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Mühe!


Mit freundlichen Grüßen

Markus Brogl
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Daniel Gallmann, am 05.03.2017)
Lieber Herr Brogl,

ganz kurz: interessiert Sie eine Antwort auf Ihre Frage noch (Herkunft Gedicht)?
Dann schreiben Sie mir doch bitte eine kurze E-Mail.

Mit guten Wünschen
Daniel Gallmann
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Annette Bankel, am 16.10.2016)
Leider kann ich Ihnen den genauen Text nicht aufschreiben und bin selbst auf der Suche nach der Übersetzung von Annemarie Schimmel. Ich habe das Gedicht eben in der Sendung "Du holde Kunst" in Ö1 (Vom letzten Sonntag) gehört . es stammt

von Ilya Abu Madi (Libanon, 1890-1957): Ich kam, weiß nicht woher..

Mit freundlichen Grüßen
Annette Bankel
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Armin, am 29.07.2015)
Karl Jaspers
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Katharina Schurig, am 21.06.2013)
Dieses Gedicht stammt von Hans Thoma. Ich habe gerade nochmal im Internet nachgeguckt. Viel Freude beim Stöbern und Nachdenken.
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Gottfried Schmuck, am 01.11.2012)
"ich bin - und weiß nicht wer" (lang - kurz kurz)

der unerbittliche Rhythmus des Todes
in seinen vielen Gestalten
ist der wahre autor

(siehe schubert, "der wanderer")
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Bernd Steinhilber, am 17.10.2012)
Magister Martinus von Biberach († angeblich 1498 in Biberach (Heilbronn)) wird ein Spruch in einem Deckel eines handschriftlichen Buches zugeschrieben ("haec magister Martinus in Bibrach. 1498"), der aber weitaus älter als die beigegebene Jahreszahl ist. Über das Leben dieses Magisters Martinus in (!) Bibrach ist nichts bekannt (außer seinem Vornamen). Was J. Radowitz 1850 irrig als "Grabschrift" des Martinus deutete, ist ein Priamel-Vierzeiler, der in der christlichen Frömmigkeit populär wurde und auch in der Literatur bis heute (vgl. Bertolt Brecht, "Der Radwechsel") seinen Niederschlag findet:

Ich leb und waiß nit wie lang, ich stirb und waiß nit wann, ich far und waiß nit wahin, mich wundert das ich [so] frölich bin.
Quelle: Wikwpedia

Ich bin und weiß nicht wer. Ich komm' und weiß nicht woher.
Ich geh', ich weiß nicht wohin. Mich wundert, dass ich so fröhlich bin!

Wenn ich wüsste, wer ich bin. Wenn ich ging und wüsste wohin.
Wenn ich käm und wüsste woher. Ob ich dann wohl traurig wär?
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Helmut Assmann, am 01.09.2011)
Sehr geehrter Herr Wolber,
von Angelus Silesius stammt der Vers:
Ich weiß nicht, was ich bin;
ich bin nicht, was ich weiß.

Den andern Vers:
Ich weiß nicht, woher ich komm;
ich weiß nicht, wohin ich geh;
mich wunderts, dass ich so fröhlich bin,
schreiben manche dem Magister Martinus von Biberach zu.

Jedenfalls hat Grimmelshausen beide Verse gekannt
und den einen zum Grundkonzept seiner fünf Bücher des
Simplicissimus Teutsch, den andern zur Grundlage des Gesprächs
zwischen Simplicius und dem Einsiedel gemacht.
Ich verweise auch auf meinen Aufsatz in Simpliciana 2011,
der demnächst erscheinen wird.

Mit freundlichen Grüßen
Helmut Aßmann

Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Paul Ulrich Lanz, am 02.09.2011)


Gemäss Karl Jaspers - und auch ich bin dieser Auffassung - ist das

"so" vor frohlich zu viel.

Es geht nicht um "so" fröhlich zu sein, es geht darum, dass man sich wundert, überhaupt "fröhlich" zu sein.

So hat es jedenfalls Karl Jaspers zum Ende seiner Abschiedsvorlesung zitiert.
Re: Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von ahmed, am 10.07.2016)
Ich mochte gerne deutsch sprechen lernen
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von wolfgang, am 01.12.2010)
Ich - ich weiß nicht wer ich bin.
Ich - ich kam,weiß nicht woher,
Ich - ich gehe, weiß nicht wohin.
Ich weiß nicht. warum ich so fröhlich bin.

Habe ich ca. 1987 geschrieben, ohne den vorher erwähnten Interpreten je gelesen oder von ihm gehört habe.
Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Inga1605 , am 21.06.2014)
Ich stelle fest, dass sich manche Dinge und Geschehnisse durch viele unsere Leben wiederholen und auch unser Wissen nicht verloren geht ...

... und "ja", ich glaube an eine Wiedergeburt! Gruss Inga
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Paul, am 09.11.2010)
Ja, lieber Hanspi:

Ich bin, ich weiss nicht wer ...

Und erinnerst Du Dich noch, wie wundervoll KJ das Wort fröhlich ausgesprochen hat:

Fröööääälich, ich werde es nie vergessen.

Und wie er seine letzte Rede am Radio begonnen hat....."Lieber Herr Blankart"

Ja, das waren ohne jeden Zweifel von den schönsten Tagen meines Lebens.

Ich bin bewegt, so von Dir zu hören.

Herzlich - auch an Christoph - Paul
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Hans Peter, am 09.11.2010)
Paul,

kaum zu glauben. Ich habe gerade wieder einmal an das Gedicht gedacht und an die Chiffern der Transzendenz, die Vorlesungsreihe von KJ und an das Tonbändlein, das Christoph oder Du da mitgebracht hatten. J hat allerdings den zweiten Teil unterschlagen. Ich habe es gerade umgedichtet und wollte deshalb nachschauen, ob die Internet Gemeinde da mehr weiss. Und das bist also Du. Liebe Grüsse hanspi
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Dr. Paul Ulrich Lanz, am 08.01.2010)
ich glaube mich nur zu erinnern, dass Karl Jaspers dieses Gedicht zitierte und zwar am Ende seiner Abschiedsvorlesung an der Universität Basel.
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Werner Praschberger, am 08.09.2009)
Hallo,
laut Johannes Mario Simmel stammt dieser Sinnspruch aus Tirol.
In seinem Roman »Mich wundert daß ich so fröhlich bin« (Zsolnay, Wien 1949), zitiert er Diesen am Vorsatz und gibt als Quelle an: Tiroler Volksspruch.
Werner Praschberger
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Klemens Bobenhausen, am 18.12.2008)
Ich habe noch zwei kleine Anmerkungen zu dieser spannenden Diskussion: Per Zufall bin ich nun im Cherubinischen Wandersmann auf die Passage gestoßen, die wohl Ausganglage für die Vermutung war, das Zitat könnte von Angelus Silesius sein:

Man weiß nicht, was man ist.

Ich weiß nicht, was ich bin, Ich bin nit was ich weiß:
Ein ding und nit ein ding: ein stüpffchin und ein kreis.

Dann will ich noch anmerken, dass ich vor einem Jahr bei einem Besuch des Isenheimer Altars in Colmar auf einen Grabstein im Klostergang aufmerksam wurde, auf dem ebenfalls eine Variation dieses Themas abgebildet war. Leider ist das Photo nichts geworden, so dass ich weder eine genaue Datierung noch den Wortlaut wiedergeben kann.

Klemens Bobenhausen
Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Klemens Bobenhausen, am 04.04.2009)
Der Spruch auf einem Grabstein im Klostergang lautet:

FROG NIT NOCH MIR / WER ICH BIN GEWE/SEN GEDENCH WER/DV BIST VND AUCH/WIRST WERDEN/DER EDEL UND VEST/RVODOLF VOM RVOST/M D C V I
Re: Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Simeon Davies, am 27.10.2017)
Falls es mehr information über den Spruch gibt oder ihr ein Photo braucht hab ich eins. Es würde mich echt interessieren wer diese Person war oder wir das Gedicht herkommt

Kind Regards
Simeon
Re: Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Klaus Vogel, am 21.06.2013)
Gibt es irgendwo ein Foto zu diesem Spruch?
Re: Re: Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Klemens Bobenhausen, am 21.06.2013)
Schicken Sie mir bitte eine Nachricht an redaktion@freiburger-anthologie.de, ich suche Ihnen dann das Foto raus und schicke es Ihnen per Mail.

Viele Grüße

Klemens Bobenhausen
Re: Re: Re: Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Klaus Vogel, am 21.06.2013)
Danke - mache ich gerne!
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von C.Lippert, am 11.12.2006)
Das Gedicht stammt vermutlich von Martinus von Biberach
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von katharina schurig, am 05.12.2006)
Das Gedicht, ich bin, weiß nicht wer... stammt von Hans Thoma. Er ist eigentlich ein Maler gewesen, schrieb aber trotzdem diese tiefsinnigen Zeilen.
Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Klaus Franck, am 24.01.2007)
kernformeln des gedichts sind im fachwerk eines historischen hauses am markt von mölln i. lbg (schleswig-holstein)zu finden. wieweit dieses mit den biographischen daten von hans thoma überein geht, empfiehlt sich wohl zu prüfen. das möllner museum gibt jedenfalls auf meine kürzliche anfrage einen anderen urheber an.

gruß klaus f
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Chris, am 19.03.2006)
Das Gedicht ist soweit ich zu wissen glaube von Johannes Mario Simmel.
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Dr.Klaus Dirschauer, am 02.10.2005)
Ich bin auch - wegen meiner Athologie(Worte zur Trauer. 500 ausgewählte Weisheiten und Zitate. Claudius Verlag, München 2005) - auf der Herkunftssuche und erhielt folgende Antwort aus Heilbron:Sehr geehrter Herr Dr. Dirschauer,
die von Ihnen erwähnte Inschrift existiert in Heilbronn nicht mehr. Sie war Bestandteil eines Deckengemäldes in der ehemaligen Franziskanerkirche. Diese wurde 1688 zerstört. Der Text der Inschrift hat sich in einer alten Chronik erhalten und lautet wie folgt:
" Ich leb und weiß nicht wie lang / ich sterb und weiß nicht wan / ich fahr und weiß nicht wahin / mich nimmt wunder daß ich so frelich bin / wan ich bedenk den dot und di ewige pein / so mecht ich nicht so frelich sein". So weit der wörtliche und vollständige Text der Inschrift.
Ich hoffe, Ihnen damit geholfen zu haben und verbleibe.mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag Achim Frey
Hilft Ihnen das weiter?
Herzliche Grüße
Klaus Dirschauer
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Hans Kühnlein, am 15.01.2005)
Liebe Anthologen,
kürzlich kam mir ein altes Landsknechtslied in den Sinn:
"Der Landsknecht zieht fürbass,
bald, die bald jene Strass"
Die nächste zeile fiel mir nicht ein, drum hab' ich nachgeschaut und Ihre Diskussion gefunden.
Wir haben es jedenfalls als Landsknechtslied gesungen, so um 1945 herum. Zusammen mit "Das Leben ist ein Würfelspiel", oder "Wir zogen für Friaul" oder "Ich armes weclsches Teuflein??"
Danke, durch Ihre Diskussion sind mit nun fehlende Zeilen wieder in Erinnerung.
Beste Grüße
Hans K.
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Erika Scanferla, am 28.06.2003)
Sehr geehrter Herr Brogl

Was ich weiss, ist dieser Spruch vom Martin von Biberach. Es gibt aber noch von Hans Thoma die Bearbeitung:
Ich komm', weiss nit woher,
ich bin und weiss nit wer,
ich leb', weiss nit wie lang,
ich sterb', weiss nit wann,
ich fahr', weiss nit wohin:
Mich wundert's, dass ich fröhlich bin.

Da mir mein Sein so unbekannt
geb' ich es ganz in Gottes Hand, -
die führt es wohl, so her wie hin:
Mich wundert's, wenn ich noch traurig bin.

Mit freundlichen Grüssen

Erika Scanferla
Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Wulf Pohl, am 04.03.2007)
Hier nun noch ein Beitrag zur spannenden Frage: Wie lautet es und von wem ist es:
In seiner neuesten aufgelegten Gedichtsammlung "Heimat. Neue Gedichte" (2006) zitiert Wolf Biermann als Vorspann zu seinem Gedicht "Mich wundert" folgende Verse:

Ich leb, und waiß nit wie lang,
Ich stirb und waiß nit wann,
Ich far und waiß nit, wohin,
Mich wundert, das ich so froelich bin.

Als Quelle gibt Biermann an:
"Grabspruch des Magister Martinus von Biberach zu Heilbronn, gestorben 1498".

Soweit ein Weniges zur Bereicherung der Diskussion.
Wulf Pohl
Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von KLemens Wolber, am 10.06.2003)
Sehr geehrter Herr Bogel,

Angelus Silesius wäre aber mein intuitiver Vorschlag gewesen, zumindest dachte ich immer, es sei von ihm. Normalerweise wird nur die erste Strophe zitiert - in etwas anderer Form als Sie sie angeben::

Ich bin, ich weiß nicht wer,
ich komme, ich weiß nicht woher,
ich gehe, ich weiß nicht wohin.
Mich wundert's, daß ich so fröhlich bin.

___

Es gibt aber auch Variationen:

Ein Spruch
Justinus Kerner

Weiß nicht, woher ich bin gekommen,
Weiß nicht, wohin ich werd genommen,
Doch weiß ich fest: daß ob mir ist
Eine Liebe, die mich nicht vergißt.

___

Ich bin, ich weiß nicht wer;
ich komm, weiß nicht woher;
ich geh, weiß nicht wohin;
weiß nur, daß ich sein Eigen bin.
Da mir mein Sein so unbekannt,
leg ich's getrost in Gottes Hand.
(altdeutscher Sinnspruch/Hans Thoma)

___

Denn ich bin, ich weiß nicht, wer,
dreh' mich hin und dreh mich her,
dreh' mich her und dreh' mich hin,
möchte wissen, wer ich bin
(Lobe/Weigel1986).

___

Ich kam, ich weiß nicht woher,
ich bin, ich weiß nicht wer,
ich leb, weiß nicht wie lang,
ich sterb und weiß nicht wann,
ich fahr, ich weiß nicht wohin,
mich wundert’s, dass ich so fröhlich bin.
(Anonym)

Im Internet findet sich das gesamte von Ihnen zitierte Gedicht unter einem mordernen Autor "Werner Malkowski". Haben Sie sich mit ihm schonmal in Verbindung gesetzt? (zwielichtung@w-malkowski.com), ich denke, der Autor meldet sich gewiß. Vielleicht hat er das Agelus Silesius Gedicht ja abgewandelt, eine Tradition hierfür ist ja vorhanden.

Ich prüfe den "Cherubinischen Wandersmann" nochmal daraufhin und melde mich in einigen Tagen. An einigen Stellen wird auch Johannes Mario Simmel aus Autor angegeben, vielleicht wäre das die nächste Station, wenn sich bei Angelus Silesius nichts finden läßt (wobei ich eher vermute, daß das eine Ente ist).
Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Klemens Wolber, am 12.06.2003)
Ich habe die "kritische" Reclam-Ausgabe von Angelus Silesius durchgesehen, das gesuchte Gedicht konnte ich im "Cherubinischen Wandersmann" nicht finden, auch im Anhang oder in den Paralipomena taucht es nicht auf.
Re: Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Jürgen Stork, am 16.04.2004)
Ich lebe und weiß nicht wie lang.
Ich sterbe und weiß nicht wann.
Ich reise und weiß nicht wohin.
Mich wundert's, daß ich so fröhlich bin.
Alternativen zur dritten Zeile: Ich geh', und weiß nicht wohin. / Ich fahre und weiß nicht wohin.
--------------------------------------------------------------------------------

Zu diesem Spruch werden recht unterschiedliche Quellen angegeben:
Horvath; Kaiser Maximilian (nur die drei ersten Zeilen); Hausspruch in Norddeutschland; wahrscheinlich aus dem Mittelalter (beides zu finden bei: Kultur - LebenS8 von Ulrich Göpfert); Hausspruch im Weißachental (Grossglettner, Maria: Heiterer Chiemgau. Erlebtes - Erlauschtes - Erdachtes. Grabenstätt 1976. S. 5); bei Maria Grossglettner findet sich der Vermerk: "Pfeiffer, Germania IV 368". Es handelt sich vermutlich um Franz Pfeiffer (1815-1868), der die Philologische Fachzeitschrift Germania, eine Vierteljahresschrift, herausgab. Die Zeitschrift erschien von 1856 bis 1892.
Johannes Mario Simmel schrieb 1949 den Roman Mich wundert, dass ich so fröhlich bin. Erster Nachweis in der Deutschen Bibliothek: Reinbek b. Hamburg: Rowohlt, 1962, [1. - 35. Tsd.]
Re: Re: Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Johannes Wieland, am 28.05.2005)
Leb, waiss nit wie lang

und stürb, waiss nit wann,

mess faren, waiss nit wohin,

mich wundert, dass ich so frelich bin.


ein spruch, angeblich von kaiser maximilian I. persönlich geschrieben in schloss tratzberg in tirol, in der "maximiliankammer" im zweiten stock, das heisst vor 1519 ( tod maximilians )

Re: Re: Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Peter Ungvari, am 21.11.2004)
Also, Johannes Mario Simmel hat in einem Interview mit Dr. Peter Huemer anlässlich der Wiener Buchwoche 2004 gesagt, er habe diesen Spruch von einer deutschen Klostermauer,... also er beruft sich selbst nicht Urheber dieses Spruches zu sein! Meine Mutter hat als Quelle einen
Martin v.Biber 1492 vermerkt, über diesen konnte ich aber nichts erfahren. lg aus Wien
Re: Re: Re: Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von H. F. Poehls, am 17.09.2005)
Bin aufgrund des Nachrufs auf F. K. Waechter (1937 - 2005) in Spiegel Online erneut auf den Spruch aufmerksam geworden. In Google findet man unter www.muellerscience.com/SPEZIALITAETEN/ Philosophie/Lebensweisheiten.htm
den Hinweis auf Martinus von Biberach, Grabspruch, wie auch bei Waechter.

Zum Thema in SPIEGEL ONLINE: · Karikaturisten-Legende: F.K. Waechter ist tot (16.09.2005)
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,375069,00.html
· 65. Geburtstag: F.K. Waechter und das kollektive Schwein (05.11.2002)
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,221362,00.html
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von eva grater, am 18.09.2005)
den text den ich kenne ist: weiss nicht woher, weiss nicht wohin, mich wundert´s, dass ich so fröhlich bin.
habe damals simmel gelesen- aber ich denke- es könnte veielleicht auch von eugen roth sein, bin mir aber nicht sicher.
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Alexander Martin Pfleger, am 25.11.2005)
Liebe Gedichtfreunde!
Soweit ich mich entsinne, finden sich diese Verse in einem Brief von Heinrich von Kleist an Heinrich Zschokke vom 1.2. 1802. Ich müsste das aber noch einmal überprüfen. Eventuell hatte Kleist das mittelalterliche Vorbild, falls es ein solches tatsächlich gegeben haben sollte, unbewusst zitiert oder sich nicht mehr an die Vorlage erinnert - oder es stammt tatsächlich von ihm!
Gruss!
AMPfleger
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Marianne Haubold, am 18.11.2009)
Zu dem Kleisthinweis passt folgende Stelle aus einem Brief von E. Rohde an Friedrich Nietzsche vom 15. 10. 1876:"...Ich stehe oft kopfschüttelnd vor meinem eignen Leichtsinn, der mich so dahin leben lässt: "mich wundert daß ich so fröhlich bin", wie es in dem alten schweizerischen Hausspruche heißt, der sich einst H. v. Kleist so einprägte: wo soll das ums Himmels willen, hin!? - ..."
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von C.Oswald, am 17.10.2007)
der Kleisthinweis ist nachlesbar in: Peter von Matt; Die verdächtige Pracht,S.321,München, 98
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich weiß nicht wer. (Beitrag von Jo Hennig, am 28.01.2006)
Liebe Freunde,
schon seit vielen Jahren suchte ich einen Anschluvers zu folgenden Zeilen, die lt. meiner Auffassung von Eberhard von Cranach sind:

"Woher ich komm, wohin gericht'
mein dunkler Weg? - Ich weiß es nicht.
Mein Leben noch wie kurz, wie lang;
die Zukunft ungewiß und bang.
Das Ziel der Tod - Des Lebens Sinn?
Mich wunderts, daß ich fröhlich bin."

Der Anschlußvers müßte enden mit der Zeile:
"... mich wunderts, daß ich traurig bin."

Vielleicht weiß da jemand mehr darüber.
Jedenfalls ein kleines Gedicht mit viel Trost.

Vielen Dank
Ihr Jo Hennig
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich (Beitrag von Pamela, am 15.12.2006)
Woher ich komm´, wohin gericht'
mein dunkler Weg, ich weiß es nicht.
Mein Leben noch, wie kurz, wie lang?
Die Zukunft ungewiß und bang.
Und all mein Tun so schnell vergeht
wie dürre Spreu, vom Wind verweht.
Das Zeil der Tod - des Lebens Si?
Mich wundert´s, daß ich fröhlich bin.

Du weisst es nicht? Doch im Advent
dem heilgen Christ die Kerze brennt.
Woher du kommst? Aus Gottes Hand!
Wohin du gehst? In jenes Land,
aus dem der Stern herniederblinkt
der Weihnacht, der Friede winkt.
Denn Gott ward Mensch. Sein Wort allein
kann dich befrein von Zweifels Pein
und gibt dir Kraft. - Mein lieber Christ,
mich wundert´s, dass du traurig bist.

Eberhard von Cranach
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Ein Angelus-Silesius-Gedicht?: Ich bin - ich (Beitrag von Jo Hennig, am 23.01.2007)
Liebe Pamela,
welch Freude in den ersten Tagen des Jahres 2007. Herzlichen Dank für Ihre geglückte Antwort auf meine Frage nach den Anschlußzeilen. Es ist wirklich Freude über Freude, nun habe ich das Gedicht wieder vollständig. Danke.

Ihr Jo Hennig
noch eine Variante mit Anschlußvers (Beitrag von Friedrich Kewor, am 16.02.2006)
Liebe Gedichtfreunde,

in einem Chorprojekt in Berlin werden gerade folgende Zeilen geprobt:

Ich bin und weiß nicht wer,
Ich komm - weiß nicht woher,
Ich geh - weiß nicht wohin,
Mich wunderts, dass ich so
fröhlich bin.

Wenn ich wüßte, wer ich bin,
Wenn ich wüßt woher ich komm,
Wenn ich wüßt wohin ich geh,
Ob ich dann wohl traurig wär?

Dies als Hinweis zu möglichen Anschlußzeilen.

Gibt es neue Hinweise zu einer möglichen Herkunft?

FK.

Brechts Radwechsel (Beitrag von Monique Obertin, am 21.08.2007)
Peter von Matt stellte die Verbindung her in seinem Buch Die verdächtige Pracht.
Mit freundlichen Grüssen!
Monique Obertin
Re: noch eine Variante (Beitrag von John Williams, am 04.06.2007)
Und eine weitere Frage: welcher deutscher Literaturkritiker [Walther Killy? Albrecht Goes?] hat dieses Lied (oder eine weitere, volksliedhafte Variante dazu) mit dem Gedicht _Radwechsel_ von Bertolt Brecht in Zusammenhang gebracht? Ich habe irgendwo eine Brecht-Interpretation gelesen, welche mit dem Zitat des in diesem Forum besprochenen Spruchs anfängt, finde den Essay aber nicht mehr.
Bin für jede Hilfe sehr dankbar!
Re: Ich leb' und weiss nit wie lang (Beitrag von Sabine vom Bruch, am 22.08.2006)
Ich leb' und weiss nit wie lang,
ich sterb'und weiss nit wann,
ich fahr'und weiss nit wohin,
mich wundert, dass ich fröhlich bin.
(1498) steht in den Noten von Ernst Pepping, dessen Vertonung wir, ein Berliner Kammerchor, bereits aufgeführt haben.

Grüße von Sängerin zu Sänger
svb
Re: noch eine Variante mit Anschlußvers (Beitrag von Meier Dagmar, am 07.03.2006)
Einen wunderschönen guten Morgen,

habe schon wieder was dazu gelernt Nämlich was Antologie ist. Danke! Diesen Text habe ich auf einer ungefähr 25 Jahren LP von Mario Hene', Liedermacher.Den Text genauso wie Herr Kewor es schrieb und wunderschön vertont. www.mariohene.de

Viel Erfolg weiterhin
Re: Re: noch eine Variante mit Anschlußvers (Beitrag von PeMo, am 02.10.2011)
Auf der Online-Suche nach Mario Henés Liedtext
(den ich freilich auch offline auf der Innenhülle seiner LP habe)
stieß ich - wieder mal virtuell Mehrwert schöpfend - auf diese
interessante Diskussion.

Herzlichen Dank allen Teilnehmenden!
Wikipedia / Ismaninger Pestsäule (Beitrag von Thomas Koller, am 15.04.2006)
Ismaninger Pestsäule
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Ismaninger Pestsäule (auch Steinerne Säule) ist eine denkmalgeschützte Stundensäule in der Gemeinde Ismaning (Oberbayern).

Sie wurde 1818 von Eugène Beauharnais, dem damaligen Besitzer des Schlosses in Ismaning, an der Verbindungsstraße nach München, der heutigen Staatsstraße 2053, errichtet.

Die ursprüngliche Steinsäule wurde später um ein schmiedeeisernes Kreuz und eine Madonnenfigur ergänzt. Auf dem Kreuz ist folgende Inschrift angebracht:

Ich lebe und weiß nicht wie lang.
Ich sterbe und weiß nicht wann.
ich fahre und weiß nicht wohin.
mich wundert's nur, daß ich so fröhlich bin.
Das Sterben hat eine harte Reis'.
weil man den Weg nicht weiß.
So ruft man Maria, Josef und Jesus an.
damit man den rechten Weg finden kann.
Re: Wikipedia / Ismaninger Pestsäule (Beitrag von Anonym, am 22.01.2007)
Was bedeutet denn diese Inschrift?
Heinrich von Kleist (Beitrag von Martina Ines, am 30.04.2006)
Soweit ich weiß ist der Text von Heinrich von Kleist (1777 - 1811)

Ich komme und weiß nicht woher
Ich bin und weiß nicht wer
Ich gehe und weiß nicht wohin
Mich wundert, dass ich so fröhlich bin
Re: Heinrich von Kleist (Beitrag von Martina Ines, am 24.08.2006)
Ich habe die Angabe über den nachfolgenden Link bekommen http://www.berlinews.de/archiv/1665.shtml, der allerdings auch nicht ins Detail geht. Vielleicht sollte man den Autor ansprechen. Ansonsten findet man z.B. in Wikipedia viele Infos zu Kleist.

Liebe Grüße
m
Re: Heinrich von Kleist (Beitrag von Sabine vom Bruch, am 22.08.2006)
Liebe Kleistkennerinnen und -kenner,
wissen Sie denn, wo bei Kleist der Vers zu finden ist?
Ich habe ihn gerade als Impuls für den Ethikunterricht in einem Manuskript und würde gern angeben, wo er steht, bevor meine Unterrichtshinweise in Druck gehen.
außerdem kenne ich auch die andere Abwandlung, s.o.
Vielen Dank und viele Grüße
Sabine vom Bruch
Freie Lektorin (aber nicht Germanistin)
Re: Re: Heinrich von Kleist (Beitrag von Jo Hennig, am 24.08.2006)
Sehr geehrte gnädige Frau,
soweit mir bekannt, taucht dieser Spruch in einem von Kleists Briefen auf, aber bitte fragen Sie mich nicht in welchem.

Mit freundlichen Grüßen

Jo Hennig
Re: Re: Re: Heinrich von Kleist (Beitrag von Michael Rank, am 04.03.2007)
Der Spruch befindet sich in einem Brief Kleists aus Thun vom 1.2.18o2 an Heinrich Zschokke (Kleist Briefe Aufbau-Verlag 1984 S. 293) Kleist hat den Spruch auf einer Hauswand in Thun gelesen. Der Spruch war häufiger im Schweizer Oberland zu lesen(vgl. Theophil Zossing: Ein Dichterhaus am Thuner See in: Vom Fels zum Meer ". Bd. 1882 S. 237
Re: Re: Re: Re: Heinrich von Kleist (Beitrag von Johannes Hennig, am 04.03.2007)
Sehr geehrter Herr Rank,
vielen Dank für die ausführliche Auskunft, die sicher nicht nur mir geholfen hat.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Hennig
Re: Re: Re: Re: Re: Heinrich von Kleist (Beitrag von Marc.Heydenreich, am 27.08.2007)
Von B. Brecht gibt es eine moderne Version:

Ich sitze am Straßenrand und beobachte den Reifenwechsel.
Ich weiß nicht, wo ich herkomme.
Ich weiß nicht, wo ich hinfahre.
Warum beobachte ich den Reifenwechsel mit Ungeduld?

(sinngemäß, genauer Wortlaut ist mir nicht erinnerlich)

M. Heydenreich
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Heinrich von Kleist (Beitrag von Wulf Pohl, am 27.08.2007)
Lieber Herr Heydenreich,
vielen Dank für die Erinnerung an Bertolt Brecht im Zusammenhhang mit unserem Gedicht.
Der genaue Wortlaut des Brecht-Gedichtes lautet folgendermaßen:

Der Radwechsel

Ich sitze am Straßenhang.
Der Fahrer wechselt das Rad.
Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.
Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.
Warum sehe ich den Radwechsel
Mit Ungeduld?

Brecht hat das Gedicht 1953 geschrieben.

Gruß
Wulf Pohl
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Heinrich von Kleist (Beitrag von Klaus Franck, am 27.08.2007)
Die Forschung über die Herkunft des Gedichts gerät hier ein wenig auf Reservereifen...
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Heinrich von Kleist (Beitrag von Pff, am 07.09.2007)
gut ausgedrückt xD
aber meines wissens nach ist dieses gedicht von angelus silesius ^^
(und ich muss es wissen, denn ich bin die tocher eines deutschlehrers, der gerade neben mir sitzt xD)
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Heinrich von Kleist (Beitrag von Klaus, am 07.09.2007)
aus gegebenem anlass sei die frage erlaubt, ob "meines wissens nach" heute als korrekte formulierung gilt. ich bin nicht ganz so alt wie angelus silesius, aber zu meiner schulzeit hätten deutschlehrer diese wendung vermutlich noch beanstandet und auf das plausiblere "nach meinem wissen" verwiesen. :-)
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Heinrich von Kleist (Beitrag von Christoph Poschen, am 03.01.2015)
wenn man alle Beiträge der Reihe nach durchliest, kommt man zu dem Schluss, dass ein Drittel der Fragen hätte unterbleiben können, da jeweils oberhalb schon diskutiert / beantwortet, und hat dann so viel Sprachgefühl erworben, dass man nicht mehr zweifelt,
es heißt "meines Wissens" (ohne! "nach") und tut sich schwer daran der Tochter eines Deutschlehrers (es) nachzusehen, dass sie sich in seiner Anwesenheit als" tocher" ausgibt.

So, und nach all dem Bildungsinhalt werde ich mal bei Google recherchieren, ob Martin von Biberach oder Eberhard von Cranach der ältere von beiden ist, also wer zuerst gelebt hat.
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Heinrich von Kleist (Beitrag von Maria Klingler, am 21.05.2010)
Ich bin Jahrgang 1932. Uns wurde im Gymnasium gesagt, daß dieser Spruch an der Zellenwand einer Klosterruine gefunden wurde. Der Schreiber ist anonym.
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Heinrich von Kleist (Beitrag von Bas, am 31.05.2010)
Nur zur Ergänzung des Beitrags von Michael Rank, vom 04.03.2007: Auch Zschokke nimmt seinerseits Bezug auf den Spruch. Und zwar beschreibt er sein Zusammentreffen mit Kleist in der Schweiz in dem Buch "Selbsschau" (1842)(sehr schönes Buch, aber ultraschwer zu bekommen). Ich kann zur Zeit nicht bei mir Nachschauen, aber ich erinnere, dass Zschokke schreibt, dass der Spruch sogar an Kleists eigenem vorübergehendem Haus in der Schweiz war.

Ich habe nicht gesehen, ob der Link schon angegeben wurde, aber hier ist auch der entsprechende Brief von Kleist an Zschokke abrufbar: http://www.kleist.org/briefe/061.htm
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Heinrich von Kleist (Beitrag von Volker Ladenthin, am 14.11.2010)
Ich habe zu Silesius, mE ist das Gedicht von ihm, und Brecht (Radwechsel) und Lennon/McCartney ((The word) was geschrieben: Im Gtrunde ist es doch der Gestus nach "Glaube, Hoffnung, Liebe": Ladenthin, Volker: Bildung als Sinnsuche: Lesen bildet, in: Reinhard Schilmöller, Meinolf Peters, Joachim Dikow, Hrsg., Erziehung als Auftrag. Beiträge zur Konzeption katholischer Schulen in freier Trägerschaft, Festschrift Aloysius Regenbrecht zum 60. Geburtstag, (= Münstersche Gespräche zu Themen der wissenschaftlichen Pädagogik, Beiheft 1), Münster 1989, S.150-172.
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Heinrich von Kleist (Beitrag von Rainer Oberthür, am 20.09.2011)
Habe die lange Diskussion überflogen. Mir ist der ursprünglich angefragte Text als Liedertext von Mario Hene bereits in den 80er Jahren erstmals begegnet.
Mit freundlichen Grüßen, Rainer Oberthür
Religionspädagoge und Autor
Frag' den Mario! (Beitrag von PeMo, am 21.06.2014)
Ich freue mich, dass das Gedicht nun schon drei Diskutierende
durch Mario Henés Lied kennengelernt haben, und werde den
Liedermacher, der mit mir übrigens den Jahrgang teilt,
mal selber nach seiner Textquelle fragen.
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Heinrich von Kleist (Beitrag von Peter Lauschus, am 17.11.2012)
Leider kann ich zur Frage nichts beitragen. Aber: Es ist allein schon wohltuend diese Diskussion zu lesen, da alle sich an die Regeln der Höflichkeit und des guten Geschmackes halten! Vielen Dank allen beteiligten!
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Heinrich von Kleist (Beitrag von kaspar, am 28.07.2012)
einfach der Vollständigkeit halber: Der Spruch findet sich im Walliser Dorf Ernen an einem Holzhaus, mit folgendem Wortlaut:
ich lebt und weis nit wie lang/ich stirb und weis nit wan/ ich fare fort weis nit wohin/
weis nit wie kumbt das ich so frehlich bin
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Heinrich von Kleist (Beitrag von Nika, am 11.05.2014)
Nach meinem Wissen (ich bin lernfähig ;-) befindet sich der Originalext auf einem Aufkleber, auf dem Kofferraumdeckel eines Autos. Fundort demnach sehr beweglich. Da ist er mir zum ersten mal begegnet...und deshalb bin ich heute hier und staune.
Wer ist der Verfasser dieser Zeilen? (Beitrag von Wolfgang Titz, am 01.09.2014)
Hallo alle,
also ich kenne diesen Vierzeiler auch in Alemannischer Mundart und hätte ihn daher glatt Johann Peter Hebel zugeordnet...
Re: Wer ist der Verfasser dieser Zeilen? (Beitrag von Wanderer, am 18.04.2015)
Ich habe mir die Abwandlungen und Zitate samt Herkunft hier angesehen...

Beim Schwammerlsuchen hatte ich mich in einem Waldgebiet verlaufen, bei dem ich erst nach über drei Stunden Marsch, wieder den richtigen Forstweg beschritten habe, der mich auch wieder zurück brachte, ja , sowas gibts...

Jedenfalls stand da plötzlich auf einer Kreidetafel, vermutlich von einem Forstarbeiter geschrieben:

Ich kam, und ich weiß nicht woher
Ich bin, und ich weiß nicht warum
Ich ging, und ich weiß nicht wohin
mich wundert, dass ich so fröhlich bin.

Ich dachte zuerst, das gibts wphl nicht und murmelte den Spruch immer wieder vor mich hin, ich wollte ihn zurück beim Auto angekommen gleich aufschreiben, um ihn nicht zu vergessen...

Durch die Umstände des Verirrens, und durch die meditative Stimmung im Wald, hat es mir besonders die zweite Zeile angetan...auch wenn sie eventuell dazugedichtet worden ist.

Re: Re: Wer ist der Verfasser dieser Zeilen? (Beitrag von Sylvia Schröder, am 22.04.2015)
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Eigentlich lese ich gerne in diesem Forum.
Aber wenn mit zunehmenden Einträgen die Beiträge
immer schmaler werden und das Ganze eher unübersichtlich
wird, macht das keinen Spaß mehr. Auch verstehe ich nicht,
warum die Beiträge nicht nach Datum sortiert sind.
Kann das nicht mal geändert werden?
MfG
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