Klopstock - Die Auferstehung (Beitrag von Klemens Wolber, am 11.02.2002)
Für das folgende Gedicht suchen wir einen Hinweis darauf, in welcher Klopstock-Ausgabe es enthalten ist. Es ist uns bekannt, daß es als "5th Movement" einen Teil einer Kooperationsarbeit zwischen G. Mahler und F. Klopstock darstellt.

Die Auferstehung

Auferstehn, ja, auferstehn wirst du,
Mein Staub, nach kurzer Ruh'.
Unsterblichs Leben
Wird, der dich schuf, dir geben.
Halleluja!

Wieder aufzublühn werd' ich gesät.
Der Herr der Ernte geht
Und sammelt Garben
Uns ein, uns ein, die starben.
Halleluja!

Tag des Danks, der Freudentränen Tag,
Du meines Gottes Tag!
Wenn ich im Grabe
Genug geschlummert habe,
Erweckst du mich.

Wie den Träumenden wird's dann uns sein.
Mit Jesu gehn wir ein
Zu seinen Freuden.
Der müden Pilger Leiden
Sind dann nicht mehr.

Ach, ins Allerheiligste führt mich
Mein Mittler dann, lebt' ich
Im Heiligtume
Zu seines Namens Ruhme.
Halleluja!


Re: Klopstock - Die Auferstehung (Beitrag von Benjamin Stingl, am 18.02.2002)
Lieber Klemens,

ich bin ja kompletter Klopstock-Laie, aber unter

http://webdoc.gwdg.de/ebook/h-k/gbs/gbs_17.pdf

fand ich folgende Hinweise, die ich nicht ganz uninteressant fand.

Vielleicht habe ich ja auch die Frage nicht ganz verstanden.

Gruß Benjamin

Gruß

Klopstock und Kopenhagen
26 [Friedrich Gottlieb Klopstock:] Geistliche Lieder. Erster Theil. Kopenhagen
und Leipzig, bey Friedrich Christian Pelt, 1758.
Späterer goldgezierter Ledereinband.
Klopstock teilte die Psalmen – Urtypen aller religiösen Dichtung – in erhabene ‘Ge-sänge’
und sanfte ‘Lieder’; nur letztere soll der christliche Dichter nachahmen und
dabei lieber vielen „nüzlich“ sein als „diejenigen, die erhabner denken“ zu rühren
(6). Eine breite Wirkung hat das Büchlein verfehlt. Kritisiert wurden Klopstocks
hier mitgeteilte neunundzwanzig Bearbeitungen von älteren Kirchenliedern, teils
formale ‘Modernisierungen’ von Stellen, die „die Andacht oft störten“ (168), aber
auch unnötige Verallgemeinerungen und willkürliche Verschlimmbesserungen, mit
denen Klopstock die Dichter besser zu verstehen glaubte als sie sich selbst (vgl. 169;
selbst Luther und Gerhardt wurden bearbeitet). – Auch Klopstocks eigene geistliche
Lieder haben sich kaum behauptet; im 19. Jahrhundert sehr verbreitet war allerdings
sein Lied Auferstehn, ja auferstehn. Das Evangelische Gesangbuch (1993) enthält
nur noch Herr, du wollest uns bereiten (bearb. von Albert Knapp) und, gekürzt und
leicht modernisiert, Klopstocks Bearbeitung von Michael Weisses Begrabt den Leib
in seine Gruft, die im vorliegenden Band erstmals erschienen. Ein zweiter Band
folgte 1769. Lit.: Pfeiffer, 28-47. Albertsen. Zu Stolberg und Klopstock vgl. Anm.
59. P.K.

29 [Friedrich Gottlieb Klopstock:] Oden. Hamburg 1771. Bey Johann Joachim
Christoph Bode.
Halbledereinband der Zeit.
Klopstocks Oden waren in verstreuten Drucken und Abschriften verbreitet, bis sie
erstmals 1771 vom Verfasser geschlossen, aber ohne Namensnennung und vielfach
überarbeit vorgelegt wurden. Der Klang ihrer empfindsamen Gefühlssprache erschloss
seelische Bereiche und ein Naturerleben, die in dieser Weise der Dichtung zuvor
nicht zugänglich waren; auch die freirhytmische und reimlose Sprache war in Deutsch-land
bislang ohne Tradition. Vorbild sind biblische Dichtungen und andererseits antike
Odenmaße. Epochemachend ist schließlich auch die vom Verfasser selbst vorgege-
bene entstehungsgeschichtliche Anordnung mit Jahreszahlen (die Gedichte Walthers
von der Vogelweide oder Paul Gerhardts könnte und würde man nur thematisch
anordnen); die lakonische Widmung „An Bernstorff“ verzichtet auf jede Unterwür-figkeit
gegenüber dem Adel (vgl. Kat.Nr. 34). Die dahinter stehende Aufwertung des
dichterischen Selbstbewusstseins wirkte weit in die folgenden Jahrhunderte hinein.
P.K.
Re: Re: Klopstock - Die Auferstehung (Beitrag von Klemens Wolber, am 19.02.2002)
Hallo Benjamin,

dort habe ich es nun auch gefunden - und übernommen. Vielleicht sollte ich mal wieder die Gläser der Brille putzen, die ich mir mal zulegen sollte.

Vielen Dank und Grüße

Klemens
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