Apfelkantate (Beitrag von P. R., am 24.09.2007)
ich bin auf der suche nach dem Gedicht Apfelkankarte von Hermann claudius. Können sie mir sagen wo ich dieses gedicht finden kann?

Mit freundlichen Grüßen

P. R.
Re: Apfelkantate (Beitrag von Angelin Klein, am 27.02.2010)
Hallo P.R.
Da habe ich es gefunden
www.gs-luthe.de/apfelkantate.htm
oder einfach bei google suchen unter Apfelkantate da ist es der erste Vorschlag. Es gibt noch eine Melodie von einem sog. Wolf aber ich habe diese bis heute auch nicht gefunden. Könnte aber den genauen Namen im Musikfachgeschäft erfragen.Liebe Grüße Angelin Klein
Re: Apfelkantate (Beitrag von Monika Daubach , am 09.12.2008)
Mir ist die Apfelkantate aus Hermann Claudius bekannt.
Ich habe dazu noch mehrere Apfelgedichte.

Michael Ende

Der wirkliche Apfel

Ein Mann der Feder, berühmt und bekannt
als strenger Realist,
beschloß, einen einfachen Gegenstand
zu beschreiben, so wie er ist:
Einen Apfel zum Beispiel, zwei Groschen wert,
mit allem, was dazu gehört.

Er beschrieb die Form, die Farbe, den Duft,
den Geschmack, das Gehäuse, den Stiel,
den Zweig, den Baum, die Landschaft, die Luft,
das Gesetz, nachdem er vom Baume viel......

Doch das war nicht der wirkliche Apfel, nicht wahr?
Denn zu diesem gehörte das Wetter, das Jahr,
die Sonne, der Mond und die Sterne...

Ein paar tausend Seiten beschrieb er zwar,
doch das Ende lag weit in der Ferne;
denn schließlich gehörte er selber dazu,
der all dies beschrieb, und der Markt und das Geld
und Adam und Eva und ich und du
und Gott und die ganze Welt...

Und endlich erkannte der Federmann,
dass man nie einen Apfel beschreiben kann.
Von da an ließ er es bleiben,
die Wirklichkeit zu beschreiben.
Er begnügte sich indessen
damit, den Apfel zu essen.

z.B. James Krüss

Re: Apfelkantate (Beitrag von Klemens Bobenhausen, am 24.09.2007)
Lieber Herr R.,

es gibt immer wieder Konfusionen, ob dieses Gedicht von Matthias Claudius oder Hermann Claudius ist. Laut der 3-bändigen Werkausgabe von Hermann Claudius, in der sich das Gedicht im 1. Band auf S. 212 befindet, ist es in folgendem Wortlaut abgedruckt. In vielen sonst kursierenden Versionen des Textes fehlt der Abdruck der vorletzten Strophe.

Apfel-Kantate

Der Apfel war nicht gleich am Baum.
Da war erst lauter Blüte.
Da war erst lauter Blütenschaum.
Da war erst lauter Frühlungstraum
und lauter Lieb und Güte.

Dann waren Blätter, grün an grün
und grün an grün nur Blätter.
Die Amsel nach des Tages Mühn,
sie sang ihr Abendlied gar kühn.
Und auch bei Regenwetter.

Der Herbst, der macht die Blätter steif.
Der Sommer muß sich packen.
Hei, daß ich auf die Finger pfeif':
da sind die ersten Äpfel reif
und haben rote Backen!

Und haben Backen rund und rot.
Und hängen da und nicken.
Und sind das lichte Himmelsbrot.
Wir haben unsre liebe Not,
daß wir sie alle pflücken

Und was bei Sonn und Himmel war,
erquickt nun Mund und Magen
und macht die Augen hell und klar.
So rundet sich das Apfeljahr.
Und mehr ist nicht zu sagen.

Viele Grüße aus Freiburg

Klemens Bobenhausen
Re: Re: Apfelkantate (Beitrag von Josef Kampert, am 25.10.2012)
Wie heißt die offizielle erste Textzeile?
a) Der Apfel war nicht gleich am Baum... oder
b) Der Apfel ist nicht gleich am Baum... ?

a) hat bei google übrigens ca. 400 Treffer, b) hat ca. 700 Treffer.

Gruß
J.K.
Re: Re: Re: Apfelkantate (Beitrag von Klemens Bobenhausen, am 31.10.2012)
Es muss heißen: war

Viele Grüße

Klemens Bobenhausen
Re: Re: Apfelkantate (Beitrag von Liane Jache, am 09.11.2008)
Auf der Suche nach diesem so besonderen Text, sehr geehrter Herr Bobenhausen, stieß ich auf Ihre Version. Möchte ihn verschiedentlich verschicken, versöhnlich stimmen gegen den noch bestehenden Frust über die reiche Ernte in diesem Jahr. - Wir wohnen übrigens 2 km entfernt von Bobenhausen/Vogelsberg.
Danke! MfG! L. Jache
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